Phettberg-Protest auf der Parkbank

3. Februar 2006, 16:54
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Wöchentliche Aktion bei jedem Wetter gegen Zwangsräumung des Wiener Traditionskabaretts "Stadnikow"

Wien - Einen stillen und einsamen Protest gegen die gerichtliche Zwangsräumung des Wiener Traditionskabaretts "Stadnikow" durch die Vermieterin und Betreiberin des Cafes Prückel hat Hermes Phettberg gewählt: Jeden Dienstag sitzt Phettberg - bei jedem Wetter - ab 20 Uhr auf einer Parkbank im Freien zwischen Stubenring und Biberstraße 2. Phettberg hat durch die Schließung des Kabaretts keine Heimat mehr für seine "Kleine Wochenplauderei".

Die Misere um das "Kabarett Stadnikow" war Anfang November bekannt geworden. Laut den Betreibern des Kleinkunst-Portals "Kabarett.at" hat das Haus kürzlich erfolgte Subventionskürzungen nicht verkraftet. Die traditionsreiche Bühne war 1997 von Tamara Stadnikow übernommen worden und trug seither ihren Namen.

Die Geschichte des Hauses reicht bis ins Jahr 1931 zurück. Damals hatte Stella Kadmon an dieser Stelle das Kabarett "Der liebe Augustin" eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich dort Wiens erstes Avantgardetheater, das "Courage". Später etablierte sich ein Studententheater - und bis 1997 die "Original Pradler Ritterspiele". Zuletzt ist unter anderem Hermes Phettberg mit seiner "Kleinen Wochenplauderei" aufgetreten. (APA/red)

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    foto: niko formanek
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