Sony BMG zieht Musik-CDs mit Kopierschutz XCP aus dem Verkehr

23. Dezember 2005, 12:14
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"Wir teilen die Bedenken von Konsumenten" - Bereits gekaufte Tonträger werden umgetauscht

Sony BMG ist auf dem Rückzug. Der Musikkonzern ruft Musik-CDs mit seiner umstrittenen Kopierschutz-Software zurück, die Sicherheitslücken auf PCs verursacht.

"Wir teilen die Bedenken von Konsumenten"

"Wir teilen die Bedenken von Konsumenten bezüglich Discs mit XCP-Kopierschutz-Software", teilte Sony BMG am Mittwoch mit. Aus diesem Grunde werde der Konzern alle unverkauften CDs mit dieser Software aus den Läden zurückholen. Zudem werde Sony BMG eine Software anbieten, mit der XCP von Rechnern entfernt werden könne.

Mehr als 4,7 Millionen CDs ausgeliefert

In den vergangenen acht Monaten seien insgesamt mehr als 4,7 Millionen CDs mit dem in die Kritik geratenen Kopierschutz an den Handel ausgeliefert worden, mehr als 2,1 Millionen davon sollen bereits verkauft worden sein. Sie waren ausschließlich in den USA erhältlich.

Sicherheitsrisiko

Microsoft hat XCP bereits als Sicherheitsrisiko für PCs eingestuft. Der Konzern kündigte an, seine Anti-Virus-Programme so umzuschreiben, dass sie die XCP-Software wieder von Windows-Computern entferne.

Die Sony-BMG-Software installiert sich von selbst, wenn eine mit XCP ausgestattete Musik-CD auf einem PC abgespielt wird. Sie soll das Kopieren des Datenträgers erschweren. XCP verursacht aber eine Sicherheitslücke bei PCs, die Hacker zum Einschleusen von Computer-Viren benutzt haben. Normale CD- oder DVD-Spieler sind von XCP angeblich nicht betroffen.

Lücke

Ein von Sony herausgegebenes Reparaturprogramm hilft, XCP leichter zu erkennen, hinterlässt Programmierern zufolge jedoch immer noch eine Lücke. Wegen der Software ist in den USA eine Sammelklage gegen Sony BMG eingereicht worden. Auch die US-Regierung hat sich eingeschaltet.

Operation am offenen Herzen

Einige Hersteller von Anti-Virus-Software bieten zudem bereits Programme an, um XCP zu entfernen. Das britische Unternehmen Sophos beschrieb den Vorgang aber als schwierig und verglich ihn mit einer Operation am offenen Herzen. (Reuters/red)

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