Uni-Bericht 2005: Budget für Unis stagniert

9. März 2007, 10:58
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Gemessen an BIP und Bundeshaushalt - Studenten in vergangenen Jahren teurer ge­worden, Absolventen billiger - Mit Infografik

Wien - Die Studenten an den österreichischen Universitäten sind in den vergangenen Jahren teurer geworden, die Absolventen hingegen billiger. Das zeigt der neue Universitätsbericht 2005 (früher Hochschulbericht). Demnach sind die durchschnittlichen Ausgaben pro ordentlichem Studenten an den Unis in den vergangenen zehn Jahren gestiegen, die durchschnittlichen Ausgaben pro Absolvent dagegen gesunken. Der Anteil des Uni-Budgets am Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist in dieser Zeit leicht gesunken, jener am Bundeshaushalt leicht gestiegen.

Grund für diese Entwicklung ist primär das starke Absinken der Studentenzahlen auf Grund der Einführung von Studiengebühren im Jahr 2001, was den einzelnen Studenten "teurer" machte, bzw. der starke Anstieg an Absolventen, was den einzelnen "billiger" machte. Studierten 1995 noch mehr als 231.000 ordentliche Studenten an den Universitäten, waren es 2001 nur mehr rund 183.000. Bis 2004 stieg die Studentenzahl dann auf knapp 196.000. Umgekehrt die Entwicklung bei den Absolventen: Schlossen im Jahr 1995 erst etwa 14.300 Personen ihr Studium ab, waren es 2003 bereits 20.200 (für 2004 liegen keine Zahlen vor, Anm.).

Demnach wurde 1995 pro Student im Jahr 7.234 Euro ausgegeben, im Jahr 2000 8.118 und 2004 10.430 Euro. Die durchschnittlichen Ausgaben für einen Absolventen betrugen 1995 dagegen 116.999 Euro (über das gesamte Studium gerechnet, Anm.), 2000 107.869 Euro und 2003 99.478 Euro (keine Zahlen für 2004, Anm.).

Kaum Veränderungen beim Uni-Budget

Kaum Veränderungen hat es dagegen beim Uni-Budget gegeben. Wurden 1995 0,95 Prozent des BIP für die Universitäten ausgegeben, waren es 2000 nur mehr 0,88 Prozent. Nach einem kurzen Anstieg auf 0,93 Prozent im Jahr 2002 waren es 2004 wieder nur mehr 0,87 Prozent des BIP. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich beim Anteil des Uni-Budgets am gesamten Bundeshaushalt. Dieser betrug 1995 3,01 Prozent und wuchs bis 2002 auf 3,31 Prozent, um 2004 wieder auf 3,14 Prozent und damit unter den Stand von 2000 (3,18 Prozent) zurückzufallen.

Ein anderer Vergleich: Stieg seit 1990 das BIP um mehr als 70 Prozent und der Gesamt-Bundeshaushalt um knapp 60 Prozent, blieb der Anstieg des Uni-Budgets mit rund 46 Prozent klar darunter. Das Hochschulbudget, das unter anderem die (1990 noch nicht existierenden) Fachhochschulen beinhaltet, stieg im gleichen Zeitraum dagegen um mehr als 80 Prozent.

Nicht direkt vergleichbar

Im Bericht werden für sämtliche Vergleiche die Budget-Rechnungsabschlüsse herangezogen. Gleichzeitig weist man aber darauf hin, dass die Jahre 2003 und 2004 nicht direkt zu vergleichen sind: So verbleiben etwa die Studiengebühren seit 2004 bei den Unis, statt an den Bund zu gehen. Umgekehrt müssten die Unis Zahlungen leisten, die bis dorthin vom Bund übernommen wurden oder gar nicht angefallen sind. Damit würde den Unis 2004 um sieben Prozent mehr zur Verfügung stehen als 2003 - was im Rechnungsabschluss aber so nicht aufscheint.

Interessante Details gibt es beim Vergleich der Budgets der einzelnen Universitäten. So hat sich das Budget der Universität Wien zwischen den Jahren 1999 und 2003 kaum verändert (plus 0,6 Prozent), während die Uni Linz auf ein Plus von 27 Prozent, die Wirtschaftsuniversität (WU) auf ein Plus von 23 Prozent und die Uni Innsbruck auf ein Plus von 17 Prozent kam. Mit einem geringeren Budget als 1999 musste die Uni Graz 2003 auskommen (minus fünf Prozent). (APA/17.11.2005)

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