SPD-Chef Platzeck: "Wir wollen dieses Land zukunftsfest machen"

25. November 2005, 15:16
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SPD-Parteitag in Karlsruhe beendet - Organisationsfragen im Vordergrund: Partei will sich stärker für Interessenten von Außen öffnen

Karlsruhe/Berlin - Die deutschen Sozialdemokraten sehen sich nach ihrem Parteitag in Karlsruhe gestärkt. Die Partei habe gezeigt, dass sie sich der Verantwortung stelle, sagte der neue Parteichef Matthias Platzeck am Mittwoch zum Abschluss des dreitägigen Treffens. Der Ministerpräsident des ostdeutschen Bundeslandes Brandenburg hob hervor, dass die Sozialdemokraten in der Großen Koalition die schwierigsten Ressorts übernähmen.

Die SPD wolle den Herausforderungen Deutschlands gerecht werden. "Wir stellen uns dieser Verantwortung." Ziel sei es, dass es in Deutschland "eine Zukunft mit Herz" gebe - "und rot soll sie sein". Platzeck war am Dienstag mit 99,4 Prozent der Stimmen an die Spitze der SPD gewählt worden. Gleichzeitig wurde die Parteiführung in den meisten Ämtern erneuert. Damit wurde zugleich ein Generationswechsel eingeleitet.

Platzeck versprach, mit dem designierten deutschen Arbeitsminister und Vizekanzler Franz Müntefering sowie mit dem künftigen SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Struck "ein gut funktionierendes Dreieck" zu bilden. Dessen "Leitstern" werde es sein, dass es Deutschland und der SPD gut gehe. "Nichts anderes werden sie finden können bei uns", versprach der 51-Jährige den rund 500 Delegierten. "Ich möchte, dass wir danach streben, dass das in Deutschland eine Zukunft mit Herz wird - diese Zukunft soll rot sein und das wird sie auch sein."

Am Montag hatten die etwa 500 Delegierten zudem den Vereinbarungen mit der Union über eine Große Koalition zugestimmt. Der Vertrag soll an diesem Freitag unterschrieben werden.

Parteiausschluss für Burschenschafter?

Zum Abschluss des Parteikongresses beschlossen die Sozialdemokraten noch eine "Schnupper-Mitgliedschaft" von maximal zwei Jahren für Interessenten an einem politischen Engagement. Damit soll dem massiven Verlust an Mitgliedern begegnet werden. Auch die Vorschrift, wonach jemand nur an seinem Wohnort der SPD beitreten kann, soll gelockert werden. Die Möglichkeit zu einem Mitgliederentscheid über den SPD-Kanzlerkandidaten wurde bekräftigt. Die Delegierten beauftragten darüber hinaus die Parteiführung zu prüfen, ob jemand gleichzeitig Mitglied in der SPD und in einer Burschenschaft sein darf. (APA/dpa/AP)

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