Tiroler Landesausstellung 05 fürchtet Schlimmes

16. November 2005, 12:31
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"Hohe Abgänge" führen zu konzeptuellen Zweifeln

Innsbruck - Bei der Anfang November zu Ende gegangenen Tiroler Landesausstellung "Die Zukunft der Natur" werden "hohe Abgänge befürchtet", erklärte Kulturlandesrätin Elisabeth Zanon (V) am Mittwoch im Landtag. Konkrete Zahlen habe sie derzeit noch nicht. Die Besucherzahlen seien aber "nicht erfüllt" worden. In Hall seien 70.000, in Galtür 40.000 Besucher gezählt worden. Zu Ausstellungsbeginn war von 185.000 die Rede gewesen.

"Inhaltlich" sei es eine "hervorragende" Landesausstellung gewesen, sagte Zanon. In Zukunft würden aber Landesausstellungen in dieser Größenordnung nicht mehr möglich sein. Das Land müsse sich überlegen, wie man auf andere Art und Weise kulturpolitisch derartige Effekte erzeugen könne. Da sie die Landesausstellung "politisch geerbt" habe, sei sie oft als "Leihmutter" bezeichnet worden, "aber auch Leihmütter können ihre Kinder lieben".

Politisches Begleitrauschen

Der Klubobmann der Freien, LAbg. Willi Tilg, sprach von einer "Geldverschwendungsmaschinerie". Nach dem Abgang von 600.000 Euro in der Landesgalerie sei nun mit weiteren Abgängen zu rechnen.

Die Grüne LAbg. Uschi Schwarzl meinte, Zanon habe etwas geerbt, "was man nicht liebt". Im Hintergrund stehe auch die bauliche Sanierung von zwei Gebäuden. Man müse sich in der Endabrechnung noch genau ansehen, wie viele Mittel dafür und nicht in Bewerbung und Kommunikation gesteckt worden seien.

Anders kommentierte einer der unmittelbar Betroffenen die Veranstaltung. Der Bürgermeister von Galtür und VP-LAbg. Anton Mattle sah eine "erfolgreiche Ausstellung". Die Galtürer würden mit ihrem Teil keinen Abgang haben. Viele Buchungen hätten nach der Hochwasserkatastrophe storniert werden müssen, weil die Erreichbarkeit des auf 1.600 Meter hoch gelegenen Ortes unmöglich geworden sei. Mattle ersuchte Zanon, die Ausstellung in Galtür verlängern zu dürfen. Dies wäre ohne die Verwendung des Namens "Landesausstellung" möglich, sage die Kulturlandesrätin. (APA)

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