Karstadt will zum Konsumtempel werden

29. November 2005, 12:50
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KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff will Kosten um 20 Prozent senken und plant neben Stellenstreichungen "Umbau" in den Kaufhäusern

Essen - KarstadtQuelle-Vorstandschef Thomas Middelhoff hat einen Abbau von Arbeitsplätzen in den Versandhäusern Quelle und Neckermann angekündigt. Konzernsprecher Jörg Howe bestätigte am Mittwoch auf Anfrage einen Bericht des Hamburger Magazins "Stern". Über den Umfang und konkrete Maßnahmen werde der Vorstand zunächst unternehmensintern informieren. "Wir werden nicht darum herumkommen, Stellen streichen zu müssen, natürlich sozial verträglich", hatte Middelhoff dem "Stern" gesagt.

Der Vorstand habe sich auf ein Eckpunktepapier geeinigt. "Es geht nicht nur um Personalabbau. Wir werden ein Sanierungspaket vorlegen, das es dem Versandhandel ermöglicht, zukunftsfähig zu arbeiten", so Middelhoff.

"Umbau an vielen Ecken

Bei den Kaufhäusern des Konzerns werde "an vielen Ecken" weiter umgebaut. Wühltische und rote Preiskampfschilder werde es bei uns in zwei Jahren nicht mehr geben, sagte Middelhoff. "Karstadt wird hochwertiger, zu einem Konsumtempel, in dem sich die Massen verführen lassen, weil ihnen der Einkauf Spaß macht." Dazu solle auch ein einheitlicher Auftritt des Verkaufspersonals beitragen, das in Absprache mit den Betriebsräten mit schwarzen Anzügen oder Kostümen und weißen Hemden oder Blusen ausgestattet werde.

Middelhoff hatte am Dienstag in Frankfurt angekündigt, die Kosten im Versandhandel um 20 Prozent zu senken. KarstadtQuelle will im Versandhandel stärker auf Bestellungen über das Internet setzen und damit die Verluste in der Sorgensparte stoppen. Ab Jänner 2006 wird der Neckermann-Versand in neckermann.de umbenannt. (APA)

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    KarstadtQuelle-Vorstandschef Thomas Middelhoff hat einen Abbau von Arbeitsplätzen in den Versandhäusern Quelle und Neckermann angekündigt.

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