Malaria-Studie macht Hoffnung

23. November 2005, 13:02
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Getesteter Impfstoff bietet Kindern für wenigstens 18 Monate Teilschutz

Madrid/London/Jaunde - Ein Impfstoff gegen Malaria bietet Kindern für wenigstens 18 Monate einen Teilschutz vor der Krankheit. Das hat der spanische Mediziner Pedro Alonso in einer Untersuchung in Mosambik nachgewiesen. Möglicherweise könnte in fünf Jahren in Afrika mit Massenimpfungen begonnen werden, sagte der Wissenschafter nach spanischen Medienberichten vom Mittwoch.

Die Wirkung

Damit könnte hunderttausenden afrikanischen Kindern das Leben gerettet werden. Nach den Ergebnissen der Untersuchung, die vom Fachjournal "The Lancet" (DOI: 10.1016/S0140-6736(05)67669-6) veröffentlicht und auf der pan-afrikanischen Malariakonferenz in Jaunde (Kamerun) vorgestellt wurden, reduziert der Impfstoff das Risiko einer Malaria-Infektion für wenigstens 18 Monate um 35 Prozent. Vor einer schweren Malaria-Erkrankung schützt das Mittel RTS, S/AS02A sogar zu etwa 50 Prozent.

Der Impfstoff hatte bereits in einer frühen Auswertung des Versuchs sechs Monate nach der Immunisierung Hoffnungen geweckt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte damals sogar von einem Durchbruch gesprochen.

Die Untersuchung

Bei der Untersuchung waren mehr als 2.000 Kinder im Alter von einem bis vier Jahren mit dem vom Pharmakonzern GlaxoSmithKline entwickelten Stoff geimpft worden. Nach WHO-Angaben gibt es weltweit 300 bis 500 Millionen Malaria-Infektionen pro Jahr. In Afrika ist die durch Mücken übertragene Krankheit eine der Haupttodesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. Nach spanischen Angaben sterben jährlich eine Million afrikanische Kinder an Malaria.

Damit das neue Mittel für Massenimpfungen genutzt werden kann, muss es seine Wirksamkeit und Verträglichkeit allerdings noch bei Säuglingen unter einem Jahr beweisen. "Wenn das der Fall ist, kann es in die laufenden Impfprogramme (gegen Krankheiten wie Masern oder Tetanus) einbezogen werden", sagte Alonsos Mitarbeiterin Clara Menéndez. "Ansonsten müsste man ein ganz eigenes Impfprogramm organisieren. Und das wäre zu teuer."(APA/dpa)

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