Umfrage: Vertrauen ins staatliche Pensionssystem bekommt Risse

3. Dezember 2005, 18:37
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Sorgen der Österreicher im Zunehmen - Stärkste Bedeutungszuwächse bei Asylthematik und Zuzug von ausländischen Arbeitskräften

Linz - Die Österreicher machen sich zunehmend Sorgen. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts "market" hervor, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden. Demnach wurden die Risse beim Vertrauen in das staatliche Pensionssystem im Vergleich zum Vorjahr breiter. Zudem gibt es starke Steigerungsraten bei den Themen Sicherheit, Umweltverschmutzung und bei der Angst vor einem weltweiten Krieg.

"market" führte im Juli persönliche Interviews mit 500 repräsentativ für die Bevölkerung ab 15 Jahren ausgewählten Personen durch. Dabei gaben 76 Prozent an, dass es sie beschäftigt, ob die staatlichen Pensionen gesichert sind. Das Thema stand bereits bei einer vergleichbaren Umfrage im vergangenen Jahr an der Spitze, damals noch mit 68 Prozent Nennungen. Auf den Plätzen folgen die gesicherte Zukunft der Kinder (66 Prozent), die Gesundheitsvorsorge (64 Prozent) und Möglichkeiten zur Eindämmung der Kriminalität (56 Prozent).

Zukunft des Tourismus bereitet am wenigsten Kopfzerbrechen

Das wenigste Kopfzerbrechen bereitet der Bevölkerung, ob Touristen auch weiterhin nach Österreich auf Urlaub kommen (19 Prozent) und ob der freie Hochschulzugang erhalten bleibt (21 Prozent). Die wirtschaftliche Entwicklung in den ehemaligen Ostblockstaaten und die Frage, ob die USA künftig eine aktivere Rolle beim Klimaschutz einnehmen, beschäftigen jeweils 22 Prozent.

Im Trendvergleich zu 2004 verzeichnen die Asylthematik und die Frage des Zuzugs von ausländischen Arbeitskräften die stärksten Bedeutungszuwächse. Aber auch mit den Themen rund um die Sicherheit, Umweltverschmutzung und AIDS setzen sich die Bürger stärker auseinander. Auffallend ist laut "market" zudem, dass trotz der hohen materiellen Sorgen die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich etwas an Interesse eingebüßt hat.

Frauen setzen sich stärker mit der Gesundheitsvorsorge, einer eventuellen Erhöhung des Pensionsalters und mit der Sicherung des Wohlstandes auseinander. Männer zerbrechen sich eher den Kopf über die wirtschaftliche Entwicklung sowohl im Inland als auch in den Ländern des früheren Ostblocks.

Die Jungen (bis 29 Jahre) setzen sich vor allem mit den Themen Arbeitsplatz, wie sie mit ihrem Geld über die Runden kommen oder auch, ob ein wirksames Mittel gegen AIDS gefunden wird, auseinander. Die Generation der 30- bis 49-Jährigen beschäftigen am stärksten die Arbeitsplatzsicherheit, die Erhöhung des Pensionsalters, die Vorsorge, die Asylpolitik und der EU-Beitritt der Türkei. Mit einem Nennniveau von 82 Prozent ist die Auseinandersetzung mit dem Topthema staatliche Pensionssysteme bei den über 50-Jährigen am stärksten ausgeprägt. (APA)

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