Grazer schlug schreiendes Baby: Schädeldachfraktur

18. November 2005, 15:22
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Vater machte Selbstanzeige nach Konfrontation im Krankenhaus - konnte psychische Belastung nicht mehr aushalten

Graz - Weil er das Schreien seiner kleinen Tochter nicht aushielt, rastete ein 30 Jahre alter Grazer vergangene Woche in der Nacht auf Mittwoch aus: Er schlug das knapp drei Monate alte Kleinkind mit der Faust und fügte ihm schwere Verletzungen zu. Die Kindesmutter hatte am Kopf ihrer Tochter über dem rechten Ohr dir Schwellung festgestellt. Der Kinderarzt überwies das kleine Mädchen an die Kinderchirurgie des LKH Graz, wo ein Schädelbruch und eine mögliche Rippenfraktur festgestellt wurde.

Selbstanzeige

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, hat der Mann Selbstanzeige erstattet. Vermutlich sei es die Konfrontation mit dem Tatverdacht im Krankenhaus gewesen, die letztlich dazu geführt habe, dass der Mann Selbstanzeige erstattete. Er habe wegen zu großer psychischer Belastung das Schreien seiner Tochter nicht mehr ausgehalten. Zunächst behauptete er das Kind sei auf den Fliesenboden gefallen.

Nach Auskunft des Vorstands der Kinderchirurgie am LKH-Universitätsklinikum Graz, Michael Höllwarth, geht es dem drei Monate alten Säugling mittlerweile "gut". Die Kleine soll solange im Krankenhaus bleiben, bis die Betreuung des Kindes sichergestellt sei.

Nach Einlieferung des Kindes habe man Verdacht auf eine Misshandlung geschöpft und die Kinderschutzgruppe eingeschaltet: "Einiges an der Geschichte hat uns nicht gefallen", erklärte Höllwarth. Das Jugendamt hat ein Ausfolgeverbot verhängt. Höllwarth erklärt, dass vor allem junge Väter zu Tätern werden, die meist selbst eine schlechte Kindheit hatten und sich mit dem ersten Nachwuchs plötzlich "zurückgesetzt" fühlen. (APA)

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