Teuerung deutlich gesunken

29. November 2005, 14:43
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Die Inflationsrate sank im Oktober auf zwei Prozent, Preistreiber bleiben weiterhin Wohnen und Energie

Wien - Die Teuerung hat sich in Österreich im vergangenen Monat deutlich abgeschwächt. Die nach heimischen Kriterien berechnete Inflationsrate verringerte sich im Oktober auf 2,0 Prozent, nach noch 2,4 Prozent im September. Die für die Euro-Zone ermittelte HVPI-Rate, die im September mit 2,6 Prozent auf dem höchsten Stand seit vier Jahren gelegen war, ging ebenfalls auf 2,0 Prozent zurück.

Der starke Rückgang der Inflationsrate resultiert auch daraus, dass die starken Verteuerungen für Mineralölprodukte vor einem Jahr begonnen haben und somit nun indextechnisch teilweise "verschwinden". So sind Kraftstoffe jetzt "nur" mehr um 15 Prozent teurer als vor einem Jahr, im September waren es noch 23 Prozent gewesen.

Wohnen und Energie bleiben Preistreiber

In der Hauptgruppe "Wohnen, Wasser und Energie" gab es in Österreich im Oktober im Vergleich zum Vorjahr weiterhin starke Preissteigerungen bei den Betriebskosten für Wohnungen (+10 Prozent) und bei der Haushaltsenergie (durchschnittlich +9,0 Prozent; davon flüssige Brennstoffe +29 Prozent, Gas +11 Prozent, Fernwärme +6 Prozent). Die Instandhaltung von Wohnungen war laut Statistik Austria im Oktober um 3,0 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Normal- und Superbenzin waren um je 15 Prozent teurer als vor einem Jahr, Dieseltreibstoff um 17 Prozent. Seit dem Jahr 2000 sind die Preise für Kraft- und Schmierstoffe nach Angaben von Mittwoch im Durchschnitt um 24 Prozent gestiegen (bei Normal- und Superbenzin um 21 Prozent, bei Diesel um 31 Prozent) und weisen demnach für die vergangenen fünf Jahren eine mehr als doppelt so hohe Teuerung wie die allgemeine Inflationsrate (+11 Prozent) auf.

Telefonieren und Unterhaltung noch günstiger

Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es im Oktober erneut in den Hauptgruppen Nachrichtenübermittlung (im Schnitt -10,1 Prozent; Telefonapparate -11,5 Prozent, Telefondienstleistungen -10,8 Prozent) und in geringerem Ausmaß bei Freizeit und Kultur (im Schnitt -0,8 Prozent; darunter Datenverarbeitungsgeräte -18 Prozent, Fotogeräte -11 Prozent, Radio-, TV- und Videogeräte -7 Prozent und Pauschalreisen -0,8 Prozent).

Gegenüber dem Vormonat September wurde im Oktober ein neuerlicher Anstieg der Preise für Bekleidung und Schuhe (+ 2,3 Prozent) beobachtet, nach +6,9 Prozent im September. Am deutlichsten fielen die Preiserhöhungen im Oktober bei Damen-Schianzügen (+13 Prozent), Herrenmänteln und Herrenjacken (je +9 Prozent) aus.

Freizeit und Kultur bleiben "billiger"

Saisonbedingte Rückgänge gab es von September auf Oktober in der Hauptgruppe Freizeit und Kultur (-1,3 Prozent; Pauschalreisen insgesamt -6 Prozent, traditionelle Flugpauschalreisen -9 Prozent). In der Hauptgruppe Verkehr (-1,0 Prozent) verbilligten sich Kraftstoffe und Schmiermittel (-3 Prozent; Normal- und Superbenzin je -3 Prozent, Diesel -2 Prozent) sowie Flugtickets (-6 Prozent).

Im HVPI auf Jahresbasis, der von September auf Oktober von 2,6 auf 2,0 Prozent zurückging, haben die Treibstoffe wegen des Tanktourismus aus den Nachbarländern nach Österreich ein höheres Gewicht als im VPI, Treibstoffpreisänderungen wirken sich daher in dem für die Eurozone errechneten Index noch deutlicher aus. (APA)

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