An der Herausforderung Deutschland kläglich gescheitert

1. Dezember 2005, 12:15
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No Future: Österreichs Challenge-Team unter­liegt in Mattersburg 2:5 und macht sich dabei gleich zwei Tore selbst

Mattersburg - Das österreichische Fußball-Challenge-Team hat sich am Dienstag im Mattersburger Pappel-Stadion dem deutschen Perspektiv-Team 2006 mit 2:5 (1:2) geschlagen geben müssen. Vor 4.800 Zuschauern und den Augen von ÖFB-Präsident Friedrich Stickler sowie des künftigen Teamchefs Josef Hickersberger blamierte sich das Team von ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner, der in der Startformation acht Spieler mit A-Länderspiel-Erfahrung aufbot. Die Treffer der Österreicher erzielten Lasnik (45./Foulelfmeter) und Pichlmann (85.).

Salzburg-Offensivmann Wolfgang Mair (13.) fand die erste hochkarätige Torchance des Spiels vor, verfehlte das Gehäuse aus knapp fünf Metern Entfernung aber per Kopf. ÖFB-Kapitän Andreas Ivanschitz hatte den ehemaligen Tirol-Stürmer mit einer Flanke von links ideal in Szene gesetzt. In der 22. Minute setzte es bei Temperaturen von knapp über null Grad die kalte Dusche für die Gastgeber. Mittelfeldakteur Fabian Gerber (FSV Mainz 05) traf aus etwa 20 Metern Entfernung zur Führung der Deutschen in die linke lange Ecke.

Die DFB-Elf unter der Regie von Trainer Erich Rutemöller setzte gegen die geschockten Hausherren nach und kam durch VfB-Stuttgart-Stürmer Mario Gomez (24./Kopfball nach Flanke von Gentner) und seinen Angriffskollegen Benjamin Auer (29./Heber von halb links knapp am langen Eck vorbei) zu weiteren guten Gelegenheiten. Ein 20-m-Weitschuss von Mattersburg-Lokalmatador Michael Mörz (31.) brachte die Ruttensteiner-Truppe wieder zurück ins Spiel. Fünf Minuten später vergab Marc Janko, der zunächst als einzige Spitze agierte, die größte ÖFB-Chance vor der Pause. Von Ivanschitz ideal bedient, vergab der Salzburger alleine vor DFB-Goalie Weidenfellner kläglich.

Hoffnung währte kurz

Die Gäste erwiesen sich in der Folge erneut als effektivere Mannschaft und erhöhten durch Gomez (40.) auf 2:0. Christian Gentner hatte sich gegen seinen Stuttgarter Teamkollegen Martin Stranzl im Strafraum durchgesetzt, seinen Querpass musste Gomez nur noch ins leere Tor einschieben. Kurz vor der Pause (45.) gelang den verunsicherten Österreichern noch der Anschlusstreffer. Weidenfeller hatte einen Schuss von Ivanschitz direkt vor die Füße von Mair abprallen lassen. Der 24-Jährige wurde von Madlung gefällt, den verhängten Strafstoß verwandelte Lasnik zum 1:2.

Nach dem Seitenwechsel verabschiedete sich jegliche Ordnung aus dem Spiel der Mannschaft von Ruttensteiner. Ein kurioser Eigentor-Doppelschlag brachte die Gastgeber endgültig auf die Verliererstraße. Zunächst lief Ortlechner (56.) in einen scharfen Querpass von Gomez und stellte auf 3:1. Wenige Augenblicke später verwertete Scharner (57.) ebenfalls nach Vorlage von Gomez, diesmal allerdings von rechts. Auer stellte auf 5:1 (71.), ehe Pichlmann den 2:5-Endstand herstellte (85.).

Hickersberger fordert Umdenken

Der vor Ort befindliche designierte Teamchef Josef Hickersberger bemägelte: "Jedes gute Spiel fängt mit gutem Abwehrverhalten an, daran hat es heute gravierend gehapert. Wir sollten in Österreich umdenken. Es gibt immer nur viel Lob für Offensivleistungen." Und Andreas Ivanschitz bedauerte: "Die Niederlage ist leider sehr deutlich ausgefallen. Zu Beginn hatten wir gleich viele Chancen. Die Deutschen haben ihre aber genutzt. Der schnelle Rückstand war sehr bitter. Nach der Pause folgten die zwei Eigentore und dann war klar, dass wir das Spiel nicht gewinnen können. Die vielen Absagen waren sehr schade, so ein Spiel müsste man ernster nehmen."

Österreich beendete den Future-Cup mit einem Sieg und drei Niederlagen. Vor den abschließenden Begegnungen Schottland - Polen (6. Dezember) und Schottland - Türkei (14. März) belegt das ÖFB-Team den vierten und vorletzten Platz. Deutschland übernahm mit dem Kantersieg die Tabellenführung vor der Türkei.

Fußball-Future-Cup-Länderspiel:

  • Österreich - Deutschland 2:5 (1:2). Mattersburg, Pappel-Stadion, 4.800, SR Viktor Kassai/Ungarn.

    Torfolge: 0:1 (22.) Gerber, 0:2 (40.) Gomez, 1:2 (45.) Lasnik (Foulelfmeter), 1:3 (56.) Ortlechner (Eigentor), 1:4 (57.) Scharner (Eigentor), 1:5 (71.) Auer, 2:5 (85.) Pichlmann

    Österreich: Özcan - Dober, Scharner, Stranzl, Ortlechner - Mair, Mörz (75. Mimm), B. Kovacevic (46. Ertl), A. Ivanschitz, Lasnik (63. Mader) - Janko (46. Pichlmann)

    Deutschland: Weidenfeller (46. Wessels) - Marx, Madlung, Ottl, Weigelt - Kringe, Gerber (77. Schäfer), Rolfes (63. Cimen), Gentner - Auer, Gomez (63.Krontiris)

    Gelbe Karten: keine Die Besten: A. Ivanschitz, Mörz bzw. Gomez, Gentner, Kringe, Gerber

    Tabelle:

     1. Deutschland 4    2   1   1  10:5   7
     2. Türkei      3    2   1   0   6:2   7
     3. Polen       3    2   0   1   4:3   6
     4. Österreich  4    1   0   3   5:11  3
     5. Schottland  2    0   0   2   1:5   0
    

    Bisher gespielt: Polen - Türkei 0:2, Deutschland - Polen 1:2, Türkei - Österreich 3:1, Deutschland - Schottland 3:0, Österreich - Schottland 2:1, Polen - Österreich 2:0, Türkei - Deutschland 1:1

    Noch zu spielen: Schottland - Polen (6. Dezember), Schottland - Türkei (14. März)

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