Schmuck von ehemaligen Häftlingen im NS-Lager Majdanek gefunden

22. November 2005, 15:32
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Zeitzeugen entdeckten bei Dreharbeiten Versteck im Boden

Warschau - Bei Dreharbeiten im früheren Vernichtungslager Majdanek in Polen haben ehemalige Lagerhäftlinge vergrabenen Schmuck und andere Wertgegenstände wiedergefunden. Grabungen hätten unter anderem Eheringe, Ringe, Uhren, goldene Münzen und eine 1894 geprägte Dollarmünze ans Tageslicht gebracht, sagte der Leiter des Lagermuseums, Edward Balawajder, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Der Hinweis auf das in etwa 35 Zentimeter tief gelegene Versteck sei von den jüdischen Ex-Lagerinsassen gekommen, die zu Dreharbeiten eines US-Dokumentarfilms aus Australien eingeflogen worden waren.

Vergrabene Wertsachen

Der 82-jährige Adam Frydman habe noch genau die Stelle zeigen können, an der damals rund 2000 Menschen mehr als einen Tag lang warten mussten, bis die Mehrheit von ihnen zum Gang in die Gaskammern bestimmt wurde. Während dieser Zeit hätten einige von ihnen ihre Wertsachen vergraben, sagte ein Mitarbeiter des Museums. Der Schatz wurde nun von einem israelischen Archäologen gehoben.

Da die vier Zeitzeugen nicht mehr sagen konnten, was von dem Schmuck ihnen gehörte, kommt nun alles in das Lagermuseum. Dort soll er ausgestellt werden. Im Frühjahr soll erneut gegraben werden. Die Museumsleitung hofft, weitere Wertgegenstände oder auch Dokumente wie letzte Aufzeichnungen der NS-Opfer zu finden. Im NS-Vernichtungslager Majdanek im Osten Polens bei Lublin wurden zwischen 1941 und 1944 rund 360.000 Menschen von den Nazis umgebracht, darunter rund 200.000 Juden, 120.000 Polen und sowjetische Kriegsgefangene. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Gebäude mit den Verbrennungsöfen des Vernichtungs-Lagers Majdanek in Polen.

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