Moslemischer Rat bedauert "Islam-Phobie"

21. November 2005, 14:38
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Bereits drei Moscheen Zielscheibe von Brandanschlägen

Paris - In Frankreich herrsche "eine beunruhigende und wissentlich beibehaltene Islamphobie". Dies erklärte am Dienstag in Paris der Präsident des französischen Islams-Rates CFCM, Dalil Boubeakeur, in Bezug auf die jüngsten Anschläge auf Moscheen in Frankreich, die sich seit Beginn der Unruhen in zahlreichen Vorstadtzonen zugetragen haben.

"Diese hassenswerten Akte sind die Illustration einer beunruhigenden und wissentlich beibehaltenen Islamphobie, dessen Opfer die Gesamtheit der Moslems in Frankreich ist", betonte Boubakeur, der auch Rektor der Pariser Moschee ist.

Sündenbock

"Das zu einfache Argument, den Islam zu einem Sündenbock der in den vergangenen Tagen beobachteten Gewaltakte zu machen, begegnet leider günstigen Echos, welche die Kultstätten in Gefahr zu bringen drohen", betonte Boubekaur, der auch den "festen Diskurs" von Präsident Jacques Chirac als eine "klare Antwort auf alle Vermischungen" begrüßte.

Seit Beginn der Vorstadtkrawalle Ende Oktober wurden insgesamt drei Moscheen zur Zielscheibe von Brandanschlägen. Überdies wurde von den Sicherheitsbehörden in Clichy bei Paris Tränengas in eine Moschee geworfen, was die Entrüstung der Glaubensgemeinde erregte. In Clichy hatten die Ausschreitungen auch begonnen, nachdem zwei Jugendliche auf der Flucht vor der Polizei einen tödlichen Elektroschock in einer EdF-Wartungskabine erlitten. (APA)

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