Vertrag von Lissner bis 2010 verlängert

17. November 2005, 02:44
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Stelle als Musikdirektor der Wiener Festwochen zuvor bis Ende 2007 befristet

Wien - Stéphane Lissner, seit Kurzem Intendant der Mailänder Scala, verlängerte seinen Vertrag als Musikdirektor der Wiener Festwochen, der Ende 2007 ausgelaufen wäre, um drei weitere Jahre bis 2010. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) zeigte sich über die Entscheidung erfreut.

Mailath erklärte gegenüber dem STANDARD, dass sich sowohl Intendant Luc Bondy und Festivalpräsident Rudolf Scholten als auch er eine Vertragsverlängerung gewünscht hätten. Allerdings sei klar gewesen, dass Lissner, der seit 1998 auch das Festival von Aix-en-Provence leitet, nicht alle drei Tätigkeiten ausüben könne. "Wir haben ihm gesagt, er soll sich das über den Sommer überlegen. Wenn Lissner nun Aix zugunsten der Festwochen aufgibt, empfinde ich das als eine Auszeichnung für die Musikstadt Wien."

Die Leitung des Opernfestivals von Aix will Lissner, wie er am Wochenende erklärte, erst nach der Saison 2007 abgeben, da die Direktion der Scala seine "tägliche Anwesenheit" erfordere. Die Position des Festwochen-Musikdirektors könnte "auch für die Scala von Nutzen sein".

2006 und 2007 fährt Lissner also dreigleisig. Und er wird nicht in Wien weilen, was für Mailath kein Problem darstellt, da der Scala-Intendant eine "Künstlerpersönlichkeit von internationalem Format" sei, die "weiterhin wichtige Impulse nach Wien bringen" werde. Die Festwochen kündigten am Dienstag an, dass das Musikprogramm der Jahre 2006 und 2007 bereits stehe.

In diesem Frühsommer waren u. a. die Opern Hercules und Julie sowie Ein spanisches Stück als Koproduktionen mit Lissner-Institutionen zu sehen. Die Regie führte in allen drei Fällen Bondy. (trenk/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16. 11. 2005)

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