Stinkende Fische, Stunk beim "Spiegel"

28. November 2005, 11:07
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Gesellschafter tagen nach Schelte der Erbin

Nicht zum ersten Mal proben die Erben von "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein den Aufstand. Selten freilich so deftig formuliert. Mittwoch tagen sie mit den übrigen Gesellschaftern des Nachrichtenmagazins - den Mitarbeitern und dem Verlagsriesen Gruner + Jahr.

Die Kommanditgesellschaft der Mitarbeiter und die Erben forderten, wie berichtet, Chefredakteur Stefan Aust möge den Gesellschaftern heute über Qualitätsmängel und die politische Linie des Blattes Rede und Antwort stehen. Aust verweigerte: Das widerspreche der Unabhängigkeit der Redaktion.

Eskalationsstufe 2

Eskalationsstufe 2: Franziska Augstein, eines von vier Kindern des Spiegel-Gründers, schimpfte bei einem Zeitungskongress laut über das Magazin und vor allem seinen Chefredakteur: Unter Aust habe der "Spiegel" "seinen Platz als Leitmedium verloren", er vernachlässige politische Entwicklungen und Probleme, sei "geschwätzig". Augstein: "Der Fisch stinkt vom Kopf."

Augsteins jüngster Ausritt brachte Belegschaft und Chef wieder näher: Die Mitarbeiter-KG distanzierte sich von ihren Vorwürfen, die Ressortchefs verwahrten sich dagegen und auch G + J stellte sich hinter die Führung.

Die Erben, allen voran die Journalisten Franziska und Stefan Augstein, machten gegen die Verfügung ihres Vaters Front, wonach die Erben das Sagen an die Mitarbeiter-KG mit nun 50,5 Prozent und Gruner (25,5) verloren. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 16.11.2005)

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