"Stolz und Vorurteil": Amerikaner und Europäer sehen nicht das gleiche Filmende

15. November 2005, 17:58
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Jane-Austen-Verfilmung für US-Publikum mit Kussszene versüßt - die Austen-Gesellschaft reagiert angesäuert

New York - Das US-Publikum bekommt ein anderes Ende der Neuverfilmung des Jane-Austen-Klassikers "Stolz und Vorurteil" von Regisseur Joe Wright zu sehen als die Europäer: Die beiden Liebenden Lizzie (Keira Knightley) und Mr. Darcy (Matthew MacFadyen) küssen sich dort nach der Hochzeit leidenschaftlich auf einer Terrasse im Mondlicht. In Europa dagegen endet der Kinofilm wie in der Romanvorlage: Vater Bennet (Donald Sutherland) gibt seinen Segen.

"Ihr bekommt die zuckrigere Version. Die Briten mochten das gar nicht", sagte MacFadyen der "USA Today" am Montag. Wegen des Kusses ist die US-Version, die am 23. November in die Kinos kommt, deshalb auch acht Minuten länger.

Auf Kritik stieß die Kussszene bei der Jane-Austen-Gesellschaft von Nordamerika. Bei einer Vorführung vor 450 Mitgliedern gab es keinen Applaus. "Das hat nichts mit Jane Austen zu tun, es beleidigt mit seiner Banalität das Publikum und sollte geschnitten werden", sagte Elsa Solender. Währenddessen gibt es jedoch eine Fan-Gemeinde des Kusses in Großbritannien, die die Szene unbedingt auf einer zukünftigen DVD sehen will. Angeblich wurden im Internet bereits Unterschriften gesammelt.(APA/dpa)

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    foto: uip
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