Einkaufsverbot für Schwarzafrikaner: Kein Verfahren

18. November 2005, 15:22
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Gerichtlicher Tatbestand der Verhetzung sei nicht erfüllt - Linzer Geschäftsmann will Entschuldigung

Die Staatsanwaltschaft Linz hat das Verfahren gegen jenen Linzer Geschäftsmann, der ein Einkaufsverbot für Schwarzafrikaner mittels Plakat in der Auslage verkündete, jetzt eingestellt. "Es liegt keine Verhetzung vor", bestätigt Rainer Schopper von der Staatsanwaltschaft Linz auf Anfrage.

Über mehrere Tage prangten in der Auslage des Lederwarengeschäfts Stopper in der Linzer Innenstadt handgeschriebene Plakate unter anderem mit der Botschaft "Schwarzafrikaner lasst uns in Ruhe, denn wir wollen nichts von euch".

Linzer Geschäftsmann will Entschuldigung

Tagtäglich würden "Neger sein Geschäft durchwühlen", begründete Helmut Stopper seine fragwürdige Aktion. Der grüne Klubobmann Gunther Trübswasser und das Stadtpolizeikommando Linz erstatteten daraufhin Anzeigen – beide wurden jedoch jetzt zurückgelegt.

Lederhändler Helmut Stopper zeigte sich überrascht: "Ich habe mit einem Verfahren gerechnet, so wie die alle auf mich losgegangen sind. Meine Plakate waren nicht fremdenfeindlich, sondern wohl überlegt". Von Trübswasser, der von der Einstellung "schwer enttäuscht ist", fordert Stopper eine öffentliche Entschuldigung: "Der hat den Bogen weit überspannt und mich schwer beleidigt", so Stopper. Sollte es keine Entschuldigung geben, plane er "weitere Aktionen", so Stopper. Seine Überlegungen, sein Geschäft zu schließen, werde er übrigens "noch einmal überdenken". (Markus Rohrhofer/DER STANDARD; Printausgabe, 16.11.2005)

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    foto: privat
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