Beiersdorf wertet Wien als CEE-Standort auf

29. November 2005, 12:50
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Auch Ungarn, Tschechien und Slowakei werden 2006 in Beiersdorf CEE Holding eingegliedert

Wien - Die in Wien angesiedelte Beiersdorf-Holdinggesellschaft für Mittel- und Osteuropa (CEE) bekommt Zuwachs: Ab Anfang 2006 steuert die Beiersdorf CEE Holding GmbH auch die Beiersdorf-Aktivitäten in Ungarn, Tschechien und der Slowakei, teilte der Niveau-Hersteller bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien mit.

Zusammen mit den bisher betreuten Ländern ist die Beiersdorf CEE Holding dann für einen Markt von zusammen knapp 100 Millionen Menschen verantwortlich. Bereits bisher war die Holding für die Beiersdorf-Aktivitäten in Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien-Montenegro, Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Albanien und Moldawien verantwortlich.

"Bündelung macht Sinn"

Die CEE Holding steigt damit zur umsatzmäßig fünftgrößten Einheit im Beiersdorf-Konzern auf, hinter den Märkten Deutschland, Frankreich, Italien und den USA. Die jetzt erfolgte Bündelung der relativ kleinen Staaten in der Region mache Sinn, meint Holding-Geschäftsführer Urlich Schmidt: "So kann man Infrastrukturen gemeinsam nutzen, das Volumen bündeln, Strategien gemeinsam erarbeiten und voneinander lernen."

Für den Standort Wien würden vor allem die vorhandene Infrastruktur, gut ausgebildete Mitarbeiter und die geographische Lage sprechen.

Derzeit erzielt die Holding 45 Prozent ihres Umsatzes in Österreich. Dieser Anteil soll in den nächsten Jahren zu Gunsten der CEE-Länder auf rund 30 Prozent sinken. Die Zahl der Mitarbeiter in der Holding wird von 370 auf mehr als 500 steigen, kündigte Schmidt an.

175 Millionen Euro Umsatz

Im Jahr 2005 wird die CEE Holding - noch ohne die neuen Länder Ungarn, Tschechien und Slowakei - einen Umsatz von rund 175 Mio. Euro erzielen. Der Löwenanteil davon entfällt mit rund zwei Dritteln auf die Marke Nivea - und hier vor allem auf Gesichtspflege, Deo und Haarpflege (Hair Care). Allein in Österreich wird sich der Beiersdorf-Umsatz auf gut 80 Mio. Euro belaufen.

Im Bereich Körperpflege hält Beiersdorf nach eigenen Angaben einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent. Der Konzern vertreibt außer Nivea noch Marken wie Labello, Atrix, Basis PH und 8x4. In den südlicheren Balkanländern spielen Basisprodukte wie Seife eine größere Rolle als in den EU-Ländern. Generell hätten in dieser Region derzeit langfristige Konsumgüter wie Autos, Geschirrspüler oder Elektronik Vorrang vor Körperpflege-Produkten, hieß es.

Seit 1914 in Österreich

Der Hamburger Markenartikelkonzern Beiersdorf ist bereits seit 1914 in Österreich vertreten, Wien ist die älteste Tochtergesellschaft. 1963 wurde der Firmensitz in die Laxenburger Straße verlegt. 1997 übernahm Wien die Verantwortung für das Exportgeschäft nach Südosteuropa, 1999 wurde die Beiersdorf CEE Holding GmbH gegründet.

Seit 2003 ist Wien Standort des konzernweit modernsten computergesteuerten Hochregal-Lagers. Mit dem 2.700 m2 großen Lager wurde die Kapazität auf 20.000 Paletten-Plätze vergrößert, Wien ist damit Logistik-Drehscheibe für die CEE-Region. Durch den Wegfall von Außenlagern und eine einfachere Logistik-Abwicklung spare der Konzern jährlich 500.000 Euro, so Schmidt. Die Errichtungskosten beliefen sich auf 6 Mio. Euro. (APA)

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