Promotion - entgeltliche Einschaltung

Wein und Architektur

18. November 2005, 11:10
posten

Wein-Bau im Sinn des Wortes: Weinbau-Architektur im Burgenland spiegelt wie Rebsorten oder Bodenverhältnisse eines wider: Vielfalt

Am Beginn steht bei Neubau, Zubau oder Renovierung alter Gemäuer ein Wunsch: die Vergrößerung des Raumes, in dem mit Trauben gearbeitet wird.

Der Weinbau im Burgenland erfand sich in den vergangenen zwanzig Jahren weitgehend neu. Natürlich wurde auch zu früheren Zeiten Wein gemacht, mancherorts in wirklich guter Qualität. Die große Dichte an guten Betrieben ist jedoch ein Resultat der Bemühungen der letzten 20 Jahre. Zu dieser Entwicklung gehörte auch, dass einige Betriebe von der früher üblichen gemischten Landwirtschaft zu reinen Weinbaubetrieben wurden und die Flächen für die Manipulation größerer Traubenmengen schlicht und ergreifend nicht vorhanden waren. Presshäuser oder Lagerkeller, die in ehemaligen Stallungen untergebracht wurden, findet man nicht so selten.

Besonders die junge Generation, die zwar auf die Weinbautradition und dem was sie von ihren Eltern bekommen haben – im Sinn des Wortes – baut, ging, im selben Maß wie sich die Wein-Qualitäten entwickelten, weg von den romantisierenden Ausdrucksformen eben dieser Weinbautradition. Und das findet seinen Niederschlag in moderner Architektur.

Bestehende Gebäude wurden von Grund auf renoviert und den Bedürfnissen einer sich ändernden Weinkultur angepasst. Viele dieser Bauten waren bereits zweckorientiert, ein Faktum, das einem außenstehenden Betrachter auf den ersten Blick vielleicht gar nicht bewusst wird. Ein alter Gewölbekeller in lehmiger Umgebung beispielsweise ist die beste Klimakammer, die man sich denken kann. Denn auch frühere Generationen wussten ihrer Zeit entsprechend, was zu tun war.

Die Gebäude, die in den letzten Jahren von Architekten und Bauherren neu errichtet, um- oder an Bestehendes angebaut wurden, sind nicht nur repräsentativ, sondern entsprechen dem State of the Art der Weinbautechnologie. In gar nicht wenigen Fällen werden auch zukünftige Entwicklungen vorweggenommen.

In Österreich ging der Wandel vom Weinbauern, der in ländlichen Strukturen auch für seine Selbstversorgung arbeitete, zum Winzer, der - hoch angesehen - das liefert, was unsere moderne Gesellschaft trinken möchte, in den vergangenen zwanzig Jahren vor sich. Wein aus dem Burgenland ist heute auch international sehr angesehen.

Direkter Ausdruck sind Gebäude, die manchmal selbstbewusst und weithin sichtbar in die Landschaft gesetzt wurden. Manchmal erscheinen höchst unauffällig und offenbaren erst bei Betrachtung aus der Nähe, welche Finesse in Architektur und Material gelegt wurde. das Prinzip Schwerkraft ist eine wichtige Prämisse bei allen Neuplanungen und wird in vielen Fällen – und sofern es die Lage zulässt – aufs Konsequenteste durchgezogen. Räume, in denen verkostet und verkauft wird, sind ein architektonisches Spiegelbild der Qualität des erzeugten Rebensafts. Offenheit im Produktionsprozess wird dem Besucher mit Durch- und Einblicken signalisiert.

Viele sprechen von „Dom“ oder „Kathedralen“, wenn es um Weinarchitektur – besser Architektur rund um den Wein – geht. Ob diese Sakralisierung eines – wenn auch wohlschmeckenden und vielschichtigen – Getränkes tatsächlich notwendig ist, an diesen Diskussionen mag jeder einzelne seinen Spaß haben. Dass es ein zusätzliches Zeichen von Qualität ist, an einem derart kreativen Produkt in adäquater Umgebung zu arbeiten, ist eine Tatsache.


„Wein wird doch fast ausschließlich im Geschäft gekauft – die Flasche, die im Regal in Vorschein tritt, wird zu erst mal angesehen, dann vielleicht gekauft. Und hier geht’s fast nur um das Erscheinungsbild der Flasche = Ausgewogenheit von Form, Haptik, grafische gestaltetes Etikett, Verschluss... und um den Preis (z.B. nehmen wir doch eher den italienischen Prosecco mit Kork und Spagat-Siegel aus dem Regal statt den heimischen mit Drehverschluss). Und falls sich der Kauf als gut (geschmeckt) herausgestellt hat, dann wird beim nächsten Einkauf eine weitere Flasche ins Körberl gelegt. Die Weinflasche, die sich in der Regalschlacht durchsetzt, ist schon fast mit den richtigen Marketing-Attributen ausgestattet. Aber nicht zu vergessen:

Der Wein muss auch noch schmecken! Im Gegensatz zur Erscheinung (Design) einer Flasche im Regal ist die Architektur nicht so unmittelbar für den Verkauf eines Weines verantwortlich. Jedoch fördert eine gelungene Architektur eines Weingutes die Identität der Bauherrschaft. Und hier gilt der Umkehrschluss: Fühlt sich der Winzer in seiner Umgebung gut, so wird (wahrscheinlich) auch der Wein gut (das hofft zumindest der Architekt).“
Kriso Leinfellner, Philipp Tschofen, kabru, Carmen Wiederin, Korkut Akkalay von der Architektengruppe propeller z

„Mit der Wahl eines bestimmten Bau-Stils gibt ein Winzer Auskunft über sein Weltbild, seinen Natur- und Kulturbezug und über seine für sich selbst gewählte Positionierung in einem regionalen oder internationalen Kontext. Somit ist die Architektur als Kommunikationsmedium gar nicht zu überschätzen. Freilich, ein Wein wird nicht besser, bloss weil das Presshaus von einem Stararchitekten geplant wurde. Und grundsätzlich ist eine Kellerei ein Zweckbau mit vielfältigen funktionalen Anforderungen, die erfüllt werden müssen. Zweifellos aber besteht auch eine Wechselwirkung zwischen der Kreativität eines Weinmachers und der Ästhetik seines Ambientes.“
Dorli Muhr-van der Niepoort, Eigentümerin und Geschäftsführerin der Wein PR-Agentur Wine & Partners

  • Schloss Esterházy

    Schloss Esterházy

  • Schloss Halbturn

    Schloss Halbturn

  • Gesellmann & Hans Igler

    Gesellmann & Hans Igler

  • Arachon

    Arachon

  • Kirnbauer

    Kirnbauer

  • Hillinger

    Hillinger

  • Zubau Juris Stieglmar

    Zubau Juris Stieglmar

  • Feiler-Artinger & Detail Juris-Stieglmar

    Feiler-Artinger & Detail Juris-Stieglmar

  • Weinakademie Österreich in Rust

    Weinakademie Österreich in Rust

  • Feiler-Artinger

    Feiler-Artinger

Share if you care.