Senegal: Tschadischer Ex-Machthaber verhaftet

22. November 2005, 19:24
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Anwalt von Folteropfern: Hissène Habré soll nach Belgien ausgeliefert werden

Dakar - Der tschadische Ex-Machthaber Hissène Habré, dem schwerste Menschenrechtsverstöße zur Last gelegt werden, ist am Dienstag im Senegal verhaftet worden, wie Menschenrechtsaktivisten berichteten. Der 63-Jährige wird von Belgien wegen Kriegsverbrechen gesucht. Habré lebt in der senegalesischen Hauptstadt Dakar, seit er vor 15 Jahren vom jetzigen Staatschef Idriss Déby gestürzt wurde. Ein Anwalt von Folteropfern, Boucounta Diallo, sagte, Habré sollte nach Belgien ausgeliefert werden. Habré war im Februar 2000 wegen "Mithilfe zur Folter" angeklagt worden. Im März 2001 erklärt sich die senegalesische Justiz für nicht zuständig.

Sklavendienste und Prostitution

Habré, der in den frühen Siebzigerjahren als Rebell mit der Geiselnahme der französischen Ethnologin Francoise Claustre internationale Bekanntheit erlangte, regierte in der ehemaligen französischen Kolonie von 1982 bis 1990, nachdem er Präsident Goukouni Oueddei verdrängt hatte. Eine 1992 im Tschad eingesetzte Kommission kam zu dem Schluss, dass es während seiner Regierungszeit zu 40.000 politisch motivierten Morden und 200.000 Fällen von Folter gekommen war. Belgien hat im vergangenen Monat die Auslieferung Habrés verlangt. Das belgische Gesetz zur Verfolgung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit gilt unabhängig vom Ort der Straftaten und der Staatsangehörigkeit der Beschuldigten. Nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen litten unter Habrés Regime Hunderte von politischen Häftlingen unter grausamen und unmenschlichen Haftbedingungen. Gefangene wurden gefoltert, ermordet oder vergiftet, Frauen zu Sklavendiensten und zur Prostitution gezwungen. In den Gefängnissen des Nationalen Sicherheitsdienstes (DSS) sollen sich viele Menschen als Geiseln für Verwandte in Haft befunden haben. (APA/AP/AFP)

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    Ex-Machthaber des Tschad, Hissène Habré.

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