An den Wintern ist die Klimaerwärmung erkennbar

12. Juli 2006, 14:33
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Durchschnittstemperaturen steigen: Winter der Neuziger Jahre deutlich wärmer als die der Sechziger

Wien - Vom Herbstwetter müssen sich die Österreicher ab Wochenmitte verabschieden - der Kälteeinbruch steht bevor: In den Bergen können bei entsprechenden Temperaturen bis zu 30 Zentimeter Schnee fallen. Ob der Winter 2005/2006 in die Wettergeschichte eingeht, muss sich erst zeigen - aber in den vergangenen 52 Jahren hat sich laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) einiges getan.

Laut Hoher Warte sei an der Veränderung der langjährigen Mittelwerte eine Klimaerwärmung erkennbar. Die Durchschnittstemperatur in Wien der Winter 1961 bis 1990 betrug 0,3 Grad. Für den Zeitraum von 1971 bis 2000 errechnete der Wetterdienst hingegen ein Mittel von plus 1,1 Grad. Die sechziger Jahre waren somit deutlich kühler als etwa die Neunziger.

So war der (meteorologische) Winter 1962/63 der kälteste seit 1952. Im Dezember, Jänner und Februar hatte es in Wien durchschnittlich gerade einmal minus 4,8 Grad. Kältepol war Klagenfurt mit einem Mittel von minus 7,3 Grad. Auch die Salzburger mussten bei minus 7,2 Grad frösteln.

1905: Minus 37,6° Celsius am Sonnblick

Wenn es um die tiefste je in Österreich gemessenen Temperatur geht, dann muss man bis zum Neujahrstag 1905 zurückgehen. Damals sanken die Temperaturen am Sonnblick auf sibirische Verhältnisse: In 3.106 Metern Seehöhe wurden minus 37,2 Grad angezeigt. Nicht viel wärmer der Tiefwert für Tallagen: Minus 36,6 Grad wurden im Februar 1929 bei der Station Stift Zwettl gemessen. Damals wurde auch in Wien die bisher tiefste Temperatur (minus 26 Grad) erreicht.

Der wärmste rot-weiß-rote Winter hingegen liegt noch gar nicht lange zurück. 1997/98 hatte es in Wien im Schnitt 3,7 Grad - damit lag die Temperatur mehr als zweieinhalb Grad über dem langjährigen Mittel. In Salzburg wurden durchschnittlich 2,4 Grad gemessen.

Warme Jänner

Der Jänner, eigentlich der kälteste Wintermonat, brachte zuletzt tageweise ungewöhnlich hohe Temperaturen. Sehr warm mit 20,2 Grad war etwa der 24. Jänner 1993 in Innsbruck. Auch Ende Jänner 2002 war es in Eisenstadt bei 20,5 Grad frühlingshaft mild.

Der wenigste Schnee in Wien fiel 1974/75 (vier Zentimeter), gefolgt von 2001/02 mit mickrigen neun Zentimetern. Unter 2,2 Metern weißer Pracht versank die Bundeshauptstadt hingegen im Winter 1969/70. Die kalten Monate der Saison 1986/87 brachten mit knapp 1,7 Metern die zweitgrößte Wiener Schneemenge seit 1952. (APA)

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