"Killerspiele" in Deutschland bald verboten

29. Dezember 2005, 10:00
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Große Koalition mit "Aufwachsen ohne Gewalt"-Kampagne gegen Kindesmisshandlung und Computerspiele

Im Vertrag zur Großen Koalition zwischen CDU/CSU und SPD in Deutschland findet sich, laut einer Meldung des Spiegel, unter der Überschrift "Aufwachsen ohne Gewalt" ein Programm, das "Killerspiele" in Deutschland verbieten will.

Kindesmisshandlung und Computerspiele

Der Koalitionsvertrag sieht also vor, dass "Killerspiele" verboten werden sollen. Allerdings wird nicht näher erläutert was darunter zu verstehen ist und welche Maßnahmen gesetzt werden. Der Absatz mit dem Titel "Aufwachsen ohne Gewalt" dreht sich zunächst um die Themen Kindesmisshandlung und Vernachlässigung von Minderjährigen, weiters geht es dann aber auch um die "wachsende Gefährdungen junger Menschen auf dem Mediensektor". Für den Jugendschutz sollen "Neuregelungen evaluiert" werden.

Unklarheiten

Im Vertrag werden vier Punkte gegen "Killerspiele" aufgezählt, unter anderem Alterskennzeichnungen und die Kontrolle von Freigaben an Videoverleihautomaten. Doch ist unklar, worum es den Politikern wirklich geht, denn der Begriff "Killerspiele" wird in der deutschen Parteienlandschaft einerseits für Computerspiele wie etwa Counterstrike verwendet, findet aber auch als Subsummierung von Gotcha, Paintball und Laserdrome Gebrauch.

Counterstrike-Verbot

Laut Spiegel Online-Angaben soll der CSU-Abgeordnete Andreas Scheuer auf Anfrage aber von einem Verbot von Counterstrike gesprochen haben. Da man einigen nicht so medienkompetenten Eltern helfen müsse, soll ein "komplettes Verbot" her, so Scheuer. Wie man das Herunterladen von Gewaltspielen aus dem Internet von Servern außerhalb Deutschlands allerdings verhindern wolle, dürfte eines der großen Mysterien sein.

Spiele für Erwachsene

Aus Sicht der Spielehersteller ist diese Entscheidung natürlich weniger zufriedenstellend. und nicht nachvollziehbar. So meint Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware: "Wir müssen da bei der Politik vielleicht noch ein wenig Aufklärungsarbeit leisten. Der im Koalitionsvertrag verwendete Begriff sei unglücklich. Aus unserer Sicht gibt es Erwachsenenspiele, keine Killerspiele." (red)

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Spiegel

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