Prozess gegen Holocaust-Leugner Zündel geplatzt

17. November 2005, 13:24
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Neue/r PflichtverteidigerIn muss bestellt werden -Weiterer deutscher Holocaust-Leugner Rudolf in Frankfurt am Main verhaftet

Mannheim - Der Prozess gegen den Holocaust-Leugner Ernst Zündel ist am zweiten Verhandlungstag geplatzt und muss neu aufgerollt werden.

Das Landgericht Mannheim entschied am Dienstag, für den 66-jährigen Angeklagten Zündel müsse ein neuer Pflichtverteidiger bestellt werden. "Die Hauptverhandlung ist ausgesetzt und hat ein Ende gefunden", sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Meinerzhagen.

Der Richter hatte zum Prozessauftakt in der vergangenen Woche Zündels Pflichtverteidigerin Sylvia Stolz das Mandat entzogen. Sie hatte den mit einem vorläufigen Berufsverbot belegten Anwalt und NPD-Mitglied Horst Mahler als juristische Hilfskraft berufen. Von einem neuen Pflichtverteidiger verspricht sich das Gericht einen zügigen Verhandlungsablauf.

In dem Prozess wird Zündel unter anderem Volksverhetzung vorgeworfen. Laut Anklage hat er auf der von ihm verantworteten Internet-Homepage "Zundelsite" sowie in von ihm versandten "Germania-Rundbriefen" nazistische und antisemitische Propaganda betrieben. Zündel war im Februar als unerwünschte Person aus Kanada abgeschoben worden und sitzt seitdem in Deutschland in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Zündel bestreitet jede Verantwortung.

Verhaftung von Holocaust-Leugner Germar Rudolf

Zehn Jahre nach seiner Flucht in die USA ist der deutsche Holocaust-Leugner Germar Rudolf am Dienstag in Frankfurt am Main verhaftet worden. Der 41 Jahre alte Rechtsextremist war zuvor von den Vereinigten Staaten abgeschoben worden.

Der Verfasser des so genannten Rudolf-Gutachtens wurde nach Baden- Württemberg gebracht, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit. Dort war er im Juni 1995 wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Aufstachelung zum Rassenhass zu 14 Monaten Haft verurteilt worden. In seinem angeblich wissenschaftlichen, 1991 veröffentlichten Gutachten hatte der Diplom-Chemiker behauptet, dass in den Gaskammern des NS-Vernichtungslagers Auschwitz nie das Giftgas Zyklon-B eingesetzt worden sei.

Gegen Rudolf besteht seit 2004 ein weiterer Haftbefehl des Amtsgerichts Mannheim. Die dortige Staatsanwaltschaft will ihn wegen der Veröffentlichung von rechtsextremistischer Propaganda im Internet belangen.

Rudolf unterhielt in den USA Kontakte zu anderen Rechtsextremen, unter anderem zum Holocaust-Leugner Ernst Zündel, gegen den ebenfalls in Mannheim ein Verfahren wegen Volksverhetzung läuft. (Reuters)

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    Dem Holocaust-Leugner Ernst Zündel wird unter anderem Volksverhetzung vorgeworfen.

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