Trauriger Vormarsch der Frauen

15. November 2005, 12:35
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Chronisch obstruktive Lungenerkrankung trifft immer mehr Raucherinnen - Ab 40 steigt das Risiko enorm

Wien - Ein Viertel der ÖsterreicherInnen über 40 Jahre ist von der gefährlichen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) betroffen, die als klassische RaucherInnen-Krankheit mit dem RaucherInnen-Husten beginnt und mit einem Lungenemphysem (Lungenblähung) enden kann. Doch nur ein Bruchteil ist in Behandlung. Aus Anlass des Welt-COPD-Tages am Mittwoch, dem 16. November, forderte jetzt die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) mehr Maßnahmen zur Früherkennung.

Bisher war man in Österreich von bis zu 800.000 Menschen ausgegangen, die an der nicht heilbaren Lungenerkrankung leiden. Betroffen wären - so die Annahme vier bis sechs Prozent der Männer und ein bis drei Prozent der Frauen. Jede/r fünfte bis dritte RaucherIn entwickelt eine COPD. Das ist abhängig von der Zahl der gerauchten Zigaretten, der Dauer der "RaucherInnen-Karriere" sowie individuellen genetischen Bedingungen.

Neueste Daten

Doch die neuen Daten aus Salzburg - sie dürften sich durchaus auf Gesamtösterreich umlegen lassen - deuten auf eine alarmierende Situation bei den respiratorischen Erkrankungen hin. Studnicka: "Die Häufigkeit der COPD bei Menschen über 40 im Stadium I oder schwerer (bis Stadium IV, Anm.) liegt bei 26,1 Prozent. Eine COPD im Stadium II oder schwerer - also auf jeden Fall behandlungs- und rehabilitationsbedürftig - haben 10,7 Prozent der Menschen."

Erschütternd: In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen ist die Häufigkeit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung mit 33,9 Prozent bei den Frauen bereits höher als bei den Männern mit 27,5 Prozent. Der Spezialist: "Wir müssen darüber hinaus davon ausgehen, dass 75 Prozent der COPD-Erkrankungen vom Stadium II und darüber nicht diagnostiziert und daher auch nicht behandelt werden."

Killerkrankheit

Dabei ist die COPD eine echte Killerkrankheit: Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung mit dem Beginn als "RaucherInnen-Husten" und dem möglichen Ende mit einer tödlichen Lungenüberblähung (Emphysem) wird international von der sechsten Stelle der Todesursachen im Jahr 1990 auf die dritte Stelle im Jahr 2020 vorrücken. Weltweit leiden derzeit rund 600 Millionen Menschen an dem Leiden. Es fordert pro Jahr drei Millionen Todesopfer.

Broschüre

Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie startet jetzt eine Informationskampagne. In Gesundheitsämtern, Spitälern und Ordinationen liegt eine Broschüre mit dem Titel "Hör auf deine Lunge ..." auf. Und: Die wichtigste Forderung von LungenspezialistInnen: Jede/r RaucherIn ab 40 sollte einmal jährlich zu einer Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) gehen. (APA)

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    Kein schöner Anblick: Kranke Lungen
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    Zahl der Raucherinnen nach wie vor im Ansteigen...
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