Platzeck: SPD muss "Bildungspartei des 21. Jahrhunderts" sein

16. November 2005, 10:24
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Vorstellungsrede vor dem SPD-Parteitag - Bekenntnis zu Reformen und Sozialstaat

Karlsruhe - Der designierte SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck will seine Partei zur "Bildungspartei des 21. Jahrhunderts" machen.

In seiner Vorstellungsrede vor dem SPD-Parteitag in Karlsruhe sagte Platzeck am Dienstag, Bildung sei das zentrale Thema der Sozial- und der Wirtschaftspolitik und das zentrale Thema für die SPD. Platzeck verwies auf die seit fast drei Wochen anhaltenden Krawalle in Frankreich. Sie zeigten, wie wichtig gesellschaftlicher Zusammenhalt sei. Auch in Deutschland gebe es in der Gesellschaft Spaltungslinien zwischen Menschen mit und ohne Bildungschancen. "Damit werden wir uns nicht abfinden", rief Platzeck den Delegierten zu.

"Lebenschancen für alle"

"Wir Sozialdemokraten sind es, die eine Gesellschaft mit Lebenschancen für alle wollen. Und darum müssen wir im 21. Jahrhundert die Bildungspartei in Deutschland sein", forderte Platzeck unter Beifall des Parteitags.

"Selbstbewusst den Herausforderungen stellen"

Platzeck bekannte sich in seiner Rede zum Sozialstaat und zu dessen Erneuerung durch Reformen. "Das grundsätzliche Nein zum Sozialstaat war und ist in Deutschland nicht mehrheitsfähig" und werde es auch nicht werden. "Dafür werden wir ... sorgen, indem wir unseren Sozialstaat systematisch erneuern und weiterentwickeln - und zwar so, dass er niemals zur Belastung wird, sondern klar und unverkennbar zur Kraftquelle für Wirtschaft und Gesellschaft."

Platzeck rief die SPD dazu auf, sich selbstbewusst den Herausforderungen zu stellen, die die Globalisierung für den wirtschaftlichen und menschlichen Zusammenhalt der Gesellschaft bedeute. Die SPD habe aus ihren Werten heraus darauf klare Antworten. (Reuters)

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