Windows, Word und Money bald gratis?

9. Dezember 2005, 10:16
53 Postings

Microsoft überdenkt seine Preisvorstellungen und sieht Möglichkeiten für werbefinanzierte Versionen

Der Softwarekonzern Microsoft dürfte zu radikaleren Änderungen seiner Preispolitik bereit sein oder diese zumindest sehr ernsthaft überdenken. Microsoft denkt derzeit über Software-Versionen nach, die über Werbung und Webservices finanziert werden könnten und dann kostenlos bereitgestellt werden sollen. Dies meldet Cnet unter Berufung auf Branchenkreise.

Microsoft prüft kostenlose Versionen

Laut Cnet sollen nicht nur einige Desktop-Anwendungen - wie etwa Word oder Money - in einer kostenlosen Version erscheinen, auch das Betriebssystem Windows könnte schon bald über Werbung und Webservices finanziert und damit in einer Gratis-Version angeboten werden. In einem internen Dokument kommen die Redmonder zu folgender Erkenntnis: "Da Online-Werbung zunimmt und die Umsätze im Kundengeschäft zurückgehen, müssen wir die Bereitstellung werbefinanzierter Software in Betracht ziehen": Dieser Bericht wurde von zwei Forschern und einem Mitarbeiter der MSN-Sparte erstellt und soll als Diskussionsgrundlage dienen.

Echtheit bestätigt

Mittlerweile hat Microsoft die Echtheit des Dokuments bestätigt, was aber nicht als offizielle Ankündigung einer kostenlosen Windows-Version missverstanden werden darf. Entscheidung sei noch keine gefallen, so das Statement. Dass sich Microsoft jedoch schon seit einiger Zeit mit neuen Preismodellen und möglichen kostenlosen Versionen seiner Programme beschäftigt, kann anhand einiger Memos von Bill Gates und der Chefetage nachgelesen werden. Auch die Microsoft-Mitarbeiter würden einen entsprechenden Schritt begrüßen, da so verpasste Chancen im Konkurrenzkampf mit Online-Unternehmen nachgeholt werden könnten.

Werbung oder Web-Services

Microsoft hat mit Office Live und Windows Live bereits Produkte angekündigt, die zumindest teilweise werbefinanziert sein werden. In Windows Live sind verschiedene MSN-Dienste eingebunden, die Anzeigen enthalten werden. In dem Diskussionspapier denken die Verfasser aber noch weiter: "Wenn unser Mitbewerb kostenlose und anzeigenfinanzierte Versionen von Programme herausgibt, müssen wir vielleicht das Gleiche tun." Die derzeit erzielten neun Dollar Gewinn pro Windows-AnwenderIn im Jahr, seien auch durch Werbung zu lukrieren, meinen die Autoren.(red)

  • Artikelbild
    montage: red
Share if you care.