Wifo sieht beschleunigtes Wachstum

29. November 2005, 14:50
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Wachstumsmotor im dritten Quartal waren Export und Konsum der privaten Haushalte - Schwäche der Auslandsnachfrage überwunden

Wien - Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) sieht für das dritte Quartal 2005 ein weiter beschleunigtes Wachstum in Österreich. Das BIP sei - bereinigt um Saison- und Arbeitstagseffekte - von Juli bis September gegenüber der Vorperiode real um 0,6 Prozent gestiegen, geht aus der am Dienstag veröffentlichten Wifo-Schnellschätzung hervor.

Das Wachstum habe sich damit gegenüber dem Vorquartal, wo das Wachstum revidiert bei 0,5 Prozent lag, weiter beschleunigt, hieß es. Im Vorjahresvergleich betrug der Anstieg 2,0 Prozent, nach plus 2,1 Prozent im zweiten Quartal. Wachstumsmotor war im dritten Quartal der Export, jedoch gewann auch der Konsum der privaten Haushalte an Dynamik.

Schwäche der Auslandsnachfrage überwunden

Den größten Beitrag zur Verstärkung des Wirtschaftswachstums lieferte wie im Vorquartal der gesamtwirtschaftliche Export mit einer Steigerung um 1 Prozent. Die um die Jahreswende beobachtete Schwäche der Auslandsnachfrage scheint damit überwunden, meint das Wifo. Dynamischer als zuletzt entwickelte sich auch der Import, die Zunahme fiel mit 0,8 Prozent aber etwas geringer aus als die der Ausfuhr.

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte wuchsen in den ersten zwei Quartalen saison- und arbeitstagsbereinigt real jeweils um 0,3 Prozent gegenüber der Vorperiode. Im 3. Quartal war eine leichte Beschleunigung auf 0,4 Prozent festzustellen. Dagegen wurde der öffentliche Konsum (plus 0,3 Prozent) weiterhin nur mäßig gesteigert.

Mehr Bruttoinvestitionen

Die Bruttoinvestitionen wurden im 2. Quartal (plus 0,2 Prozent gegenüber der Vorperiode) und im 3. Quartal (plus 0,3 Prozent) wieder leicht erhöht, nachdem sie zu Jahresbeginn zurückgegangen waren (minus 0,3 Prozent). Diese Entwicklung gehe jedoch primär auf die Ausweitung der Bauinvestitionen zurück, während die Ausrüstungsinvestitionen kaum zunahmen, erläutert das Wifo.

Auf der Entstehungsseite des BIP ging der Wachstumsimpuls vom produzierenden Bereich aus, der von der Belebung der Exportnachfrage profitierte. Hier war die um Saison- und Arbeitstagseffekte bereinigte Wertschöpfung im 3. Quartal real um 1,1 Prozent höher als in der Vorperiode (2. Quartal plus 0,8 Proznet). Neben den Vermögens- und Unternehmensdienstleistungen (plus 0,9 Proznet) wuchs auch die Bauwirtschaft kräftig (plus 0,6 Prozent). Die sonstigen Dienstleistungen entwickelten sich hingegen mit plus 0,2 Prozent unterdurchschnittlich. (APA)

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