Seit Dienstag gilt beim Autofahren "Licht am Tag"

20. November 2005, 18:54
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Schonfrist bis 15. April, aber bei Unfällen Teilschuld - Verkehrsministerium erhofft Unfallreduktion von bis zu 15 Prozent

Wien - Seit Dienstag wird es Licht auf Österreichs Straßen: Das Einschalten des Abblendlichts oder - so vorhanden - des Tagfahrlichts beim Autofahren Pflicht. Ein Verstoß gegen die neue Bestimmung wird allerdings erst ab 15. April 2006 gestraft. Dann kostet das Fahren ohne Beleuchtung 15 Euro. Eine Dimmung des Abblendlichts ist verboten.

Teilschuld

Anhänger des unbeleuchteten Fahrens am Tag sollten jedoch beachten, dass Fahren ohne Licht bei Unfällen zu einer Teilschuld führt - und zwar bereits in der Schonfrist bis 15. April.

Verkehrsminister Hubert Gorbach (B) erwartet sich von dieser Maßnahme eine Reduktion der Autounfälle um fünf bis 15 Prozent. Bedenken bezüglich einer zusätzlichen Gefährdung von Fußgängern hält Gorbach für unbegründet. Für historische Fahrzeuge, die keine Beleuchtung haben, gilt die Lichtpflicht nicht. Sehr wohl gilt sie allerdings für Oldtimer, die eine Beleuchtung haben.

Jeder Achte ohne Beleuchtung

Laut ersten Erhebungen des ARBÖ am Dienstagvormittag sind im Österreich-Schnitt zwölf Prozent ohne Beleuchtung unterwegs gewesen. Die wenigsten Lichtmuffel gab es auf Autobahnen, die meisten im Ortsgebiet.

Auf Autobahnen hat der ARBÖ nur ein bis zwei Prozent ohne Licht registriert. Im Ortsgebiet und bei Einkaufszentren hält sich jedoch die Hälfte der Lenker nicht an die neue Regelung. In Wien haben in der Früh sieben Prozent der Autofahrer das Abblendlicht nicht eingeschaltet. "Da hat sicher das anfangs diesige Wetter eine Rolle gespielt, denn je heller es wurde, desto weniger fuhren mit Licht", sagte Lydia Ninz, Sprecherin des ARBÖ zur APA.

Viele "Einäugige" in Tirol"

Strahlender Sonnenschein in Tirol dürfte die Bereitschaft, das Licht einzuschalten, getrübt haben. Zwölf Prozent waren "ohne" unterwegs. "Auffallend viele auch 'einäugig'", sagte Ninz. Die wenigsten Licht-Fahrer stellte der ARBÖ im Burgenland fest (15 Prozent haben nicht eingeschaltet). Viele davon seien ungarische Pkw gewesen - dort gilt an und für sich auch Licht am Tag. (APA)

  • Ab heute: "Licht-Pflicht"
    guenter r. artinger

    Ab heute: "Licht-Pflicht"

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