Libyen: Urteil zu Berufungsantrag bulgarischer Krankenschwestern

15. November 2005, 10:28
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Vorwurf der absichtlichen Ansteckung mit Aids-Virus

Sofia - Das libysche Oberste Gericht entscheidet am Dienstag über den Berufungsantrag von fünf zum Tode verurteilten bulgarischen Krankenschwestern und eines palästinensischen Arztes. Die sechs waren im vergangenen Mai in erster Instanz für schuldig befunden worden, als Mitarbeiter eines Kinderkrankenhauses im libyschen Bengasi Kindern bei Transfusionen bewusst HIV-infiziertes Blut gegeben zu haben.

47 Kinder starben, 380 wurden infiziert. Die Krankenschwestern und der Arzt wurden zum Tod durch Erschießen verurteilt. Das Tribunal in Tripolis kann das Urteil nun bestätigen oder einen neuen Prozess anordnen. Auch eine Verschiebung der Entscheidung ist möglich. Die USA und die EU hatten wiederholt die Freilassung der Verurteilten gefordert. Sie boten Libyen Hilfe bei der Aids-Vorsorge an. (APA)

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