Grönland-Wahl: Sozialdemokraten hielten überraschend Mehrheit

18. November 2005, 14:00
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Verhandlungen mit Bürgerlichen über Regierungsbildung - 39.000 Stimmberechtigte - Beteiligung bei 74,9 Prozent

Nuuk/Helsinki - Die Sozialdemokraten (Siumut) haben bei den Parlamentswahlen in Grönland am Dienstag überraschend ihre Mandatsmehrheit verteidigt. Die Partei von Ministerpräsident Hans Enoksen (49) kommt laut dem vorläufigen Endergebnis trotz eines Veruntreuungsskandals im Vorfeld der Wahlen und trotz schlechter Umfragewerte wie bisher zehn von 31 Abgeordneten.

Der bisherige Koalitionspartner, die links orientierte Inuit Ataqatigiit (IA) hat angekündigt, nicht mehr mit Siumut zusammenarbeiten zu wollen. IA verlor ein Mandat und hält nun bei sieben, die "Demokraten" gewannen zwei und haben nun ebenfalls sieben Abgeordnete. Beide Parteien strebten gemeinsam die Machtübernahme an, verfügen zu zweit aber über keine Mehrheit.

Die entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung kommt nun der bürgerlichen Partei Atassut (sechs Mandate) zu. Diese wollten bereits am Mittwoch mit Siumut erste Verhandlungen über eine mögliche Koalition beginnen. Die Wahlbeteiligung unter den rund 39.000 Stimmberechtigten war mit 74,9 Prozent fast genau gleich hoch wie bei den Parlamentswahlen 2002 (74,6 Prozent). Grönland gehört in einer "Reichsgemeinschaft" zu Dänemark, ist aber weitgehend autonom und ist nicht Teil der Europäischen Union. (APA)

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