Neue Ruhe am Bindermichl

18. November 2005, 15:20
1 Posting

Linzer Autobahn-Einhausung nach zwei Jahren Bauzeit fertig

Linz - Was lange währt, wird irgendwann einmal gut - dies gilt offensichtlich auch bei Straßenbauprojekten. Nach einer rund zweijährigen Bauzeit und einer jahrzehntelangen Lärmschutzdiskussion davor wird am kommenden Wochenende die "Einhausung Bindermichl" auf der Mühlkreisautobahn (A7) für den Verkehr freigegeben.

Am Montag präsentierten Vertreter der einzelnen Kostenträger von Bund, Land, Stadt und Autobahngesellschaft Asfinag in harmonischer Einigkeit das Finale der "komplexesten Baustelle Europas" (Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka). Vergessen scheinen jene Zeiten, in denen die Kosten für das Großprojekt plötzlich statt der ursprünglich veranschlagten rund 98 auf letztlich 150 Millionen Euro hochschnellten und die Asfinag mit ihrem Vorschlag, Kosten senkend auf den "Deckel" der Einhausung Niedernhart zu verzichten, Stadt und Land erzürnte.

Billiger geht's nicht

Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) sprach damals von einem "Vertragsbruch", Straßenbaulandesrat Franz Hiesl (ÖVP) verlangte "ohne Kompromiss einen geschlossenen Tunnel". Die Asfinag lenkte ein, man teilte die Mehrkosten und so ist heute der Deckel drauf. Die Kosten seien "durch Steigerungen beim Baukostenindex sowie Qualitätsverbesserung vor allem im Bereich der Sicherheit" entstandenen, merkte Hiesl am Montag an. "Der Bundesrechnungshof hat alles geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass das Projekt nicht billiger abwickelbar gewesen wäre", betont Hiesl. Wie frisch der Bindermichl-Tunnel tatsächlich noch ist, stellte bei der Eröffnungs-Pressekonferenz vor allem Projektleiter Gerhard Mysliwietz unter Beweis: "Ich komm von der Baustelle", merkte dieser an, während er bemüht war, die Asphaltspuren seiner Schuhe zu verbergen. (mro, DER STANDARD-Printausgabe 15.11.2005)

Share if you care.