Visa plant Angriff auf Maestro-Card

21. November 2005, 15:05
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Das Kreditkarten­unternehmen will 2006 in Deutschland eine neue Europa-Bankomatkarte auf den Markt bringen

Wien - Mitte 2006 wird das Kreditkartenunternehmen Visa Europe in Deutschland eine neue Karte auf den Markt bringen, die unter dem Namen V-Pay läuft. Mit dieser europaweit einsetzbaren Debitkarte (der bezahlte Betrag wird - im Gegensatz zu Kreditkarten - sofort vom Konto des Kunden abgebucht; die Karte basiert auf Chiptechnologie, autorisiert wird die Zahlung per Pin-Code) steigt Visa in den Ring gegen US-Konkurrent Mastercard, konkret dessen Maestro-Karte.

Die ist in Österreich bekannt als Bankomatkarte. Wann die neue Plastikkarte, mit der man als elektronische Geldbörse auch Kleinstbeträge bezahlen wird können, in Österreich auf den Markt kommt, ist noch ungewiss, "wir führen derzeit die Gespräche mit den österreichischen Banken", erklärt die für Österreich zuständige Visa-Europe-Managerin, Jutta Müller-Liefeld.

Zwei Millionen Terminals

Akzeptiert wird V-Pay europaweit derzeit an zwei Millionen Terminals. Der Vorteil für die Banken liegt laut Müller-Liefeld darin, "dass ihre Infrastruktur für die Implementierung der Karte reicht und der Aufwand relativ gering ist". Bisher verwenden europäische Bankkunden ihre Debit-und Bankomatkarten übrigens hauptsächlich in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung: 98 Prozent aller Transaktionen werden in einem Radius von 30 Kilometern getätigt.

Dass Visa Europe, die ihr V-Pay-System derzeit von der griechischen Alphabank testen lässt, gerade jetzt auf den Markt kommt, ist kein Zufall: Bis 2010 will die EU den europäischen Zahlungsverkehr vereinheitlicht haben. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.11.2005)

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