Boeing sieht Zukunft in kleineren Fliegern

21. November 2005, 15:28
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Bedarf nach Riesenjets ist rückläufig

Wien - Seit Airbus Boeing bei Riesenfliegern mit seinem A380 die Show stiehlt, hat Boeing die Strategie gewechselt: Nicht Jumbos, sondern vergleichsweise kleinere Jets (200 bis 300 Passagiere) mit großer Reichweite seien der Markt der Zukunft, erklärte Boeing-Direktor Jeff Hawk bei einer Präsentation des neuen Boeing "Dreamliners" 787 in Wien.

Weit gehend einig sind sich Boeing und Airbus bei der Prognose der zahlenmäßigen Nachfrage der nächsten 20 Jahre: 25.700 Jets sei der Bedarf der Zivilluftfahrt; das Passagierwachstum übertrifft nach Prozenten Jahr um Jahr das Wachstum des weltweiten Bruttonationalprodukts.

Unterschied liegt im Detail

Der Unterschied der Bedarfsschätzung liegt im Detail: Denn seit Anfang der 90er-Jahre steige die Nachfrage nach zweimotorigen Jets, die "Point-to-Point" (ohne Umsteigen zum Ziel) fliegen, während die Nachfrage nach Großraumfliegern à la Jumbo für den "Hub"-Verkehr (Luftdrehkreuze) zurückginge. Dementsprechend sieht Boeing den Marktanteil der Flieger in der 787-Klasse von 39 auf 60 Prozent steigen, den der 747- und A380-Größe von elf auf drei Prozent fallen.

Mit derzeit 309 fixen Bestellungen und Zusagen habe Boeing zwei Jahre Vorsprung vor dem vor Kurzem angekündigten Airbus-Konkurrenzprodukt A350. Beide locken mit deutlich gesenktem Treibstoffverbrauch (bei der 787 minus 20 Prozent) dank Karbonfaser-Bauweise; bei der 787 sind der gesamte Rumpf und wesentliche Flügelteile aus Leichtstoffen. Lieferant ist unter anderem auch die oberösterreichische FACC. (spu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.11.2005)

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