Vlaams-Belang-Chef Dewinter: "Bin enttäuscht von Haider"

14. November 2005, 19:34
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Rechtsaußen-Parteien wollen dritte politische Kraft in Europa werden

Wien - Der Fraktionsvorsitzende der fremdenfeindlichen belgischen Partei Vlaams Belang, Filip Dewinter, hat seine Meinung über BZÖ-Chef Jörg Haider geändert: "Ich bin enttäuscht von Haider. Er war immer mein großes Vorbild", sagte er gegenüber dem "Kurier". Dewinter war zum Anlass eines Treffens "patriotischer und nationaler Parteien und Bewegungen" aus Europa in Wien.

"Haider ist nicht mehr der Haider, den ich gekannt habe. Er ist ein traditioneller Politiker wie viele andere auch. Das BZÖ ist nur an der Macht interessiert", sagte Dewinter. "Unser Ansprechpartner in Österreich ist Heinz-Christian Strache."

Gemeinsame Liste

Das Ziel des Wiener Treffens sei es, die gegenseitige Ausgrenzung zu beenden. "Gemeinsam könnten wir die dritte politische Kraft in Europa werden." Mit dem Beitritt Bulgariens und Rumäniens 2007 sollte laut Dewinter eine gemeinsame Fraktion im Europäischen Parlament möglich sein. "Wenn notwendig, werden wir 2009 auch eine gemeinsame Liste haben."

Dewinter bezeichnete das Treffen als "historisches Ereignis, weil alle rechtspatriotischen Parteien dabei waren". Bisher habe es keine Zusammenkunft von Front National, FPÖ, Vlaams Belang und Vertretern osteuropäischer Rechtsparteien gegeben. "Mit Haider war das nicht möglich. Er wollte keinen Kontakt zu Le Pen. Und Le Pen nicht zu ihm." (APA)

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