Infineon besiegelt Ausstieg aus Glasfasergeschäft

22. November 2005, 11:19
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Werk im tschechischen Trutnov mit 500 Mitarbeitern wird an Autozulieferer Siemens VDO veräußert

Der auch mit einem Werk in Villach in Kärnten vertretene deutsche Halbleiterkonzern Infineon steigt nach dem Verkauf des größten Teils seines Glasfasergeschäfts nun auch aus den verbliebenen Aktivitäten in diesem Bereich aus. Nur ein kleiner Bereich zur Produktion von Chips für die Glasfaserkommunikation in Autos bleibt im Unternehmen.

500 Mitarbeiter

Das Infineon-Werk im tschechischen Trutnov, wo derzeit 500 Mitarbeiter beschäftigt seien, werde vom Autozulieferer Siemens VDO übernommen, teilte Infineon am Montag mit. Die Produktion von parallelen optischen Komponenten (Paroli) werde eingestellt. Kunden hätten nun letzte Kaufaufträge eingereicht, die in den kommenden Quartalen abgearbeitet würden. Anfang des Jahres hatte Infineon einen Großteil seines defizitären Glasfasergeschäfts an den US-Konzern Finisar verkauft.

Mit den nun vereinbarten Maßnahmen werde die Restrukturierung des Glasfasergeschäfts abgeschlossen, erklärte Infineon. Im Werk im tschechischen Trutnov übernehme Siemens VDO die Fertigung ab Juli 2006. Ein Infineon-Sprecher sagte, Siemens werde dort andere Produkte fertigen. Bis dahin produzierten beide Unternehmen dort gemeinsam - Infineon arbeite Restaufträge ab und Siemens VDO fahre seine Produktion von Elektromotoren hoch. Siemens VDO beabsichtige, das für seine Fertigung nötige Personal in dem Werk vornehmlich aus der dortigen Infineon-Belegschaft zu rekrutieren.

Stillschweigen über Kaufpreis

Welchen Kaufpreis Siemens VDO für das Werk bezahlt, gab Infineon nicht bekannt. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden. Vor dem Beginn der Umstrukturierung hatte das Glasfasergeschäft von Infineon etwa 1.200 Mitarbeiter, der Jahresumsatz wird in der Branche auf seinerzeit mehr als 100 Mio. Dollar (derzeit 85,5 Mio. Euro) geschätzt. Ursprünglich hatte Infineon die gesamte Sparte für gut 263 Mio. Dollar an Finisar verkaufen wollen. Der Vertrag wurde dann mehrfach modifiziert. Am Ende übernahm Finisar nur etwa 40 Prozent des Geschäfts für einen Wert von damals knapp 50 Mio. Dollar. (APA/Reuters)

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