EU hat schwere Bedenken gegen Übernahme

17. November 2005, 10:54
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Brüssel befürchtet höhere Preise für Endkunden - Kommission leitet vertiefte Prüfung ein

Brüssel - Die EU-Kommission hat schwere Bedenken gegen die geplante Übernahme des österreichischen Mobilfunkbetreibers Telering durch T-Mobile Austria. Die Brüsseler EU-Behörde leitete am Montag eine vertiefte Wettbewerbsprüfung ein. Der Wegfall von Telering "gibt zu der Befürchtung Anlass, dass die geplante Übernahme zu Preissteigerungen zu Lasten der österreichischen Verbraucher führen könnte", teilte die Kommission mit.

Die Wettbewerbshüter haben nunmehr 90 weitere Werktage Zeit, um die Fusion zu überprüfen. Die erste Untersuchung der Marktsituation habe ergeben, dass die geplante Übernahme zu erheblichen Wettbewerbsproblemen auf dem Endkundenmarkt führen könnte, da mit Telering "ein sehr aktiver Anbieter" entfiele.

"Strategisch wichtigen Sektor"

"Die Übernahme erfolgt auf einem für die Wirtschaft der EU strategisch wichtigen Sektor", erklärte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in einer Aussendung. "Die Liberalisierung des Telekommunikationssektors hat Früchte gezeigt und den Verbrauchern innovative Dienste und niedrigere Preise beschert. Es ist wichtig, dass diese Vorteile erhalten bleiben."

In Österreich seien mit den Mobilfunk-Konzernen Mobilkom, One und H3G nur noch drei weitere Netzbetreiber tätig, betonte die Kommission. Die Marktanteile von T-Mobile liegen den Angaben zufolge bei etwa 23 Prozent und die von Telering bei rund 12 Prozent.

Telering sei "derzeit auf dem Endkundenmarkt einer der aktivsten Preiswettbewerber". Der Wegfall dieses Wettbewerbers würde eine Marktstruktur mit zwei nahezu gleichstarken Netzbetreibern, nämlich Mobilkom und T-Mobile, begründen. Daher bestehe Anlass zur Sorge über mögliche Preissteigerungen. (APA)

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