Liebesnacht mit Zwölfjähriger: Ein Jahr Haft für 19-jährigen Kärntner

15. November 2005, 17:43
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Vermisstenanzeige in Zeitung verriet wahres Alter von Freundin - Urteil nicht rechtskräftig

Klagenfurt - Zu einem Jahr unbedingter Haft wurde am Montag ein 19-Jähriger Kärntner verurteilt, unter anderem, weil er zwei Mal mit einer Zwölfjährigen geschlafen hatte. Der Angeklagte behauptete, über das Alter seiner damaligen Freundin nichts gewusst zu haben - und auch nicht, dass die von zu Hause abgängige Schülerin bereits von der Polizei gesucht wurde. Das Urteil wegen schweren sexuellen Missbrauchs sowie Diebstahls ist nicht rechtskräftig.

Der obdachlose Schausteller hatte das Mädchen im Sommer 2005 bei einem Kirchtag kennen gelernt. Bei einem Stadtfest in Klagenfurt im August beschloss man schließlich, gemeinsam bei einem Freund mehrere Tage zu verbringen und in einem Doppelbett zu übernachten. "Sie hat an diesem Abend schon ein bisschen gewackelt", erzählte der Angeklagte. Was in dieser Nacht passierte, sei alles freiwillig geschehen. Außerdem hätte sie ihm gesagt, sie wäre bereits 14 Jahre alt. Das Mädchen dementiert allerdings dies alles.

Aufklärung

Die Aufklärung über das wahre Alter lieferte erst am nächsten Morgen die Zeitung: "Zwölfjährige ist verschwunden - Eltern verzweifelt", war dort zu lesen. Das Mädchen war von einem Krankenhausaufenthalt nicht mehr zurückgekommen. Die Quartiergeber des 19-Jährigen stellten ihn daraufhin zur Rede: "Ich habe ihn gefragt, was er sich dabei denke", meinte der Freund des Angeklagten vor Richter Michael Schofnegger. Trotzdem kam es wenige Tage später zu einer zweiten Liebesnacht. "Sie wollte es, ich wollte eigentlich nur schlafen", rechtfertigte sich der Angeklagte.

"Mit zwölf Jahren handelt es sich noch um eine Unmündige", meinte der Richter während der Verhandlung. Das Urteil, ein Jahr unbedingte Haft und weitere zwei bedingt, fiel deswegen so hart aus, weil sich der junge Mann noch wegen 30 Fällen von Diebstahl verantworten musste. Er hatte bei verschiedenen Gelegenheiten Handys, Fahrräder und Schuhe mitgehen lassen.

Mit einer Überraschung erstaunte der für den schon einmal verurteilten Mann verantwortliche Bewährungshelfer die Anwesenden im Gerichtssaal. So habe er erst vor wenigen Tagen von diesem Fall erfahren: "Die Anweisung, dass ich mich um ihn kümmern sollte, ist nie weggeschickt worden." Nun will er dem gelernten Koch bei der Arbeitssuche helfen.(APA)

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