Verfolgung von Schriftstellern, Autoren und Verlegern "leider unverändert aktuell"

14. November 2005, 18:15
posten

Dienstag ist "Writers in Prison"-Tag: Autoren und Buchhandel rufen zum Schutz der Meinungsfreiheit auf

Frankfurt/Darmstadt - Der deutsche Buchhandel und Autoren haben zum "Writers in Prison"-Tag morgen, Dienstag, auf die Verfolgung von Schriftstellern, Autoren und Verlegern in vielen Teilen der Welt aufmerksam gemacht. "Das Thema ist leider unverändert aktuell", sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Dieter Schormann, in Frankfurt. Weltweit würden Meinungsvielfalt und Freiheit des Wortes immer wieder bedroht, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem PEN-Zentrum Deutschland.

"Beispiel hierfür ist nicht zuletzt das Verfahren gegen den diesjährigen Friedenspreisträger Orhan Pamuk wegen seiner Äußerungen zur Armenier-Frage in der Türkei", sagte Schormann. PEN-Präsident Johano Strasser kritisierte: "Vor allem der so genannte Krieg gegen den Terror hat in den letzten Jahren auch in den westlichen Demokratien immer öfter zu gefährlichen Eingriffen in die Meinungs- und Publikationsfreiheit geführt."

"Kein Recht auf Unterdrückung der Meinungsfreiheit"

In einer gemeinsamen Erklärung deutschsprachiger und europäischer Schriftsteller- und Übersetzerverbände zum Writers in Prison Day werden die Klagen gegen den türkischen Autor Orhan Pamuk als "beleidigend" zurückgewiesen. "Nicht die Äußerungen Pamuks beleidigen - daß er sich auf Grund dieser Äußerungen vor Gericht verantworten soll, ist beleidigend", heißt es in der Erklärung zu den Klagen gegen Pamuk nach dessen Äußerungen zur Armenier-Frage in der Türkei. "Es gibt kein Recht auf Unterdrückung der Meinungsfreiheit".

Die Verbände fordern in der Erklärung die zuständigen Behörden in der Türkei auf, "alle Versuche, Orhan Pamuk mit Haftstrafen zu bedrohen oder gar ins Gefängnis zu bringen", zurückzuweisen. Auch die europäischen Einrichtungen werden aufgefordert, "geeignete Maßnahmen zur Unterstützung von Orhan Pamuk zu ergreifen".

Texte von Pamuk und weiterer Autoren werden morgen, Dienstag (19.30 Uhr), im Rahmen einer Veranstaltung zum "Writers in Prison Day" in der Michaeler-Kirche in Wien gelesen, teilte die IG Autorinnen Autoren in einer Aussendung mit. (APA)

Share if you care.