US-Offensive nahe syrischer Grenze: 50 Tote bei Luftangriffen

21. November 2005, 14:49
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Fünf Ziele in der Stadt Obeidi bombardiert - 76 Terrorverdächtige gefasst - Sechs Tote bei Anschlag nahe Grüner Zone in Bagdad

Bagdad/London - Bei Luftangriffen an der irakisch-syrischen Grenze sind nach Angaben der US-Streitkräfte 50 Aufständische getötet worden. Zur Unterstützung einer Offensive amerikanischer und irakischer Bodentruppen seien am frühen Montagmorgen fünf Ziele in der Stadt Obeidi bombardiert worden, hieß es in einer Mitteilung der US-Armee. Dabei seien 50 Aufständische getötet worden.

Insgesamt sind bei "Stahlvorhang" seit vergangenen Mittwoch 76 mutmaßliche Terroristen gefasst worden. Die Einsätze hätten sich auf die Stadt Mossul und die Umgebung konzentriert, wo es acht Festnahmen gegeben habe. Weitere 59 Verdächtige seien in und um Tal Afar geschnappt worden. Nahe der Grenze zu Syrien habe es neun Festnahmen gegeben.

Sunniten fordern Ende von "Stahlvorhang"

Sunnitische Politiker hatten die USA am Wochenende aufgefordert, die Offensive entlang der Grenze zu Syrien einzustellen. Sie gefährde die Teilnahme der Sunniten an der Parlamentswahl im kommenden Monat. Die USA versichern hingegen, die Offensive solle eine möglichst große Beteiligung der Sunniten an der Wahl garantieren, da sie dann ohne Furcht vor den Aufständischen wählen könnten.

Sechs Tote bei Anschlag nahe Grüner Zone in Bagdad

In der irakischen Hauptstadt Bagdad wurden am Montag nach Polizeiangaben sechs Menschen bei einem Bombenanschlag vor dem streng abgeschirmten Regierungsviertel getötet, sechs weitere wurden verletzt. Die Staatsangehörigkeit der Opfer war zunächst nicht bekannt. Zuerst war von drei amerikanischen Todesopfern die Rede gewesen. Ziel des Anschlags an einem Kontrollpunkt zur so genannten Grünen Zone, in der sich auch die US-Botschaft befindet, seien mehrere Geländefahrzeuge der Sicherheitskräfte gewesen. Die Explosion war kilometerweit zu hören. Im Osten der Hauptstadt wurden drei Zivilisten getötet und vier weitere verletzt, als bei der Durchfahrt eines Militärkonvois eine Bombe gezündet wurde.

Sechs weitere Tote in Ramadi

Bei einem Bombenanschlag in Ramadi sind am Montag sechs Menschen getötet worden. Dreißig Menschen wurden nach Angaben von Krankenhausärzten verletzt. Der Sprengsatz sei in der Nähe von zwei Bussen explodiert, hieß es. Die Busse seien aus der nahen Kleinstadt Tamim gekommen. Eines der Fahrzeuge sei völlig zerstört worden. Angriffe auf Zivilisten in der Verwaltungshauptstadt der Provinz Anbar sind selten. Doch gilt die Provinz als eine wichtige Basis ausländischer Kämpfer und sunnitischer Extremisten. (APA/AP/Reuters/Red)

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    "Stahlvorhang" dauert bereits zehn Tage.

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