Genießer haben Fonds

29. November 2005, 14:13
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Laut einer Studie lassen sich Herr und Frau Österreicher bei Veranlagungen in sechs Risikotypen einteilen - Fondsvolumen erstmals höher als Sparvolumen

Wien - Die Österreicher können in ihrem Spar- und Anlageverhalten in sechs Risikotypen eingeteilt werden. Eine Affinität zu Investmentfonds zeigen dabei die Gruppe der "Genießer" und auch die "Vorsichtigen".

Die Ergebnisse der von Fessel-GfK durchgeführten Umfrage wolle sich die Raiffeisen Capital Management (RCM) nun in ihrer Kommunikation zu Nutze machen und einzelne Bevölkerungsgruppen spezifischer ansprechen, sagte RCM-Geschäftsführer Andreas Zakostelsky am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Lebensstilmerkmale gewinnen an Bedeutung

Lebensstilmerkmale haben im Vergleich zu soziodemographischen Merkmalen stark an Bedeutung gewonnen, räumte Rudolf Bretschneider von Fessel-GfK ein. Herr und Frau Österreicher können nach der Analyse demnach in klar unterscheidbare Risikotypen eingeteilt werden: Rund ein Viertel der Bevölkerung findet sich in der Gruppe der "Sicherheitsfanatiker", bei denen die größte Affinität zum Sparbuch besteht. Dieser Risikotyp ist eher weiblich, älter als 60 Jahre, im Ruhestand und in der mittleren Einkommensschicht.

Knapp ein Fünftel der Österreicher zählt zu den "Erlebnisorientierten", die zwar auch auf Nummer Sicher gehen, aber etwas risikofreudiger sind. Im Anlageverhalten tendiert diese Gruppe eher zum Sparbuch. Zu finden sind hier eher Männer im jungen bzw. mittleren Alter (20-39 Jahre) in einer eher niedrigeren Einkommensschicht.

"Ottonormalverbraucher"

Eine Million Österreicher zählt zu den "Ottonormalverbrauchern" - man setzt prinzipiell auf Sicherheit, spielt aber gerne um Geld, wie etwa Lotto. In Sachen Geldanlage setzt er aber vor allem auf das Sparbuch. Tendenziell ist diese Gruppe eher männlich, älter als 50 Jahre und bereits in Pension.

Die "Draufgänger" sind zwar am risikofreudigsten und haben eine Affinität zu Aktien, sind aber auf Grund ihres jungen Alters (15-29 Jahre) oft noch in Ausbildung oder studieren und haben noch nicht das nötige Geld zum Veranlagen, hieß es. Mit 12 Prozent ist das die kleinste Gruppe unter den Risikotypen, ihr gehören eher Männer an, die in Wien beheimatet sind.

Wie im Straßenverkehr, so verhalten sich die "Vorsichtigen" auch bei der Geldanlage - kein Risiko und immer vernünftig. Bei diesem Risikotyp - tendenziell weiblich, im Alter zwischen 40 und 59, in der oberen Einkommensschicht - sind Lebensversicherungen und Investmentfonds die Anlagefavoriten.

Für die "männlichen Pendants" dazu - die "Genießer" - ist zwar Sicherheit wichtig, sie wollen es dabei aber bequem haben, fasst Bretschneider zusammen. Hinsichtlich Geldanlage werde das Risiko so breit wie möglich in Aktien, Anleihen, Fonds und Zukunftsvorsorge gestreut.

Fondsvolumen erstmals höher Sparvolumen

Erstmals seit diesem Sommer liegt laut Zakostelsky das in Investmentfonds veranlagte Volumen mit 146,2 Mrd. Euro über dem Sparvolumen (135,9 Mrd. Euro). Rund 10 Prozent der Österreicher haben Geld in Fonds veranlagt, rund 6 Prozent besitzen Aktien. Drei von vier Österreichern (ab 15 Jahren) besitzen ein Sparbuch.

Zum Thema Investmentfonds fühlen sich die Österreicher laut Umfrage immer besser informiert, das Wissen über Fonds habe zugenommen, so RCM.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass in Veranlagungsfragen von immer mehr Menschen Transparenz verlangt werde. Am liebsten informieren sich die Österreicher in Geldfragen bei ihrer Bank oder ihrem Berater. Zakostelsky sieht daher "Beratungsqualität" als den entscheidenden Wettbewerbsfaktor. (APA)

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