Industrie stellt sich hinter Koalitionsvereinbarung

15. November 2005, 09:37
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Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie Thumann warnt vor übertriebener Kritik: "Ergebnisse tragen völlig desolaten öffentlichen Finanzen Rechnung"

Berlin - Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, hat vor überzogener Kritik an der Koalitionsvereinbarung von Union und SPD gewarnt. Auch wenn der vorgelegte Vertrag "kein großer Wurf zur Entfesselung der Wirtschaft" sei, so sei dabei doch mehr herausgekommen, als man von einer großen Koalition habe erwarten können, sagte Thumann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ, Montag-Ausgabe).

"Die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen kann man fairerweise nur bewerten, wenn man dabei die völlig desolaten öffentlichen Finanzen im Blick behält. Daher begrüße ich, dass die Koalition einen klaren Kurs steuern will, um ab 2007 den EU-Stabilitätspakt einzuhalten", unterstrich der BDI-Präsident. "Ich warne davor, die Ergebnisse der Verhandlungen zu zerreden."

Thumann distanzierte sich zugleich von Vorstandschefs, die sich in der vergangenen Woche massiv über Politiker beklagt hatten. Der Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte davon gesprochen, es seien "Lügen aufgetischt" worden. Ohne ihn namentlich zu erwähnen, sagte Thumann: "Das ist nicht meine Sprache, da halte ich nichts von, damit kommen wir nicht weiter." (APA/AP)

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