Neuer Vogelgrippe-Herd in Rumänien

5. Dezember 2005, 16:30
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H5N1-Mutation ist laut WHO nicht automatisch für Menschen gefährlich

Bukarest/Hanoi - Rumänien hat am Montag einen weiteren Vogelgrippe-Ausbruch gemeldet. Nach Angaben eines Sprechers des Landwirtschaftsministeriums wurden in einem Dorf im Donaudelta vier Hühner mit dem Grippevirus H5 entdeckt. Daraufhin hätten die Behörden vorsorglich begonnen, alles Geflügel des Dorfes Caraorman notzuschlachten.

Ob es sich bei dem Virus um den besonders aggressiven Typ H5N1 handelt, muss laut dem Sprecher durch weitere Tests geklärt werden. Auch in Vietnam breitete sich die Vogelgrippe weiter aus. Nach Angaben der Regierung wurde das Virus nun auch in der nördlichen Hafenstadt Haiphong gefunden. Ministerpräsident Phan Van Khai bezeichnete den Kampf gegen das Virus als wichtigste Aufgabe seiner Regierung.

Das Pasteur-Institut in Ho-Tschi-Minh-Stadt relativierte unterdessen einen Bericht über erste Mutationen des H5N1-Virus. Grippeviren würden sich laufend verändern; dies bedeute jedoch nicht automatisch, dass sich auch das "Verhalten" der Viren ändere, sagte Institutsleiter Nguyen Kim Thien. In einem kurzen Internet-Bericht hatte das Institut zuvor darauf hingewiesen, dass das H5N1-Virus seit 2005 seine Fähigkeit gesteigert habe, sich in Zellen von Säugetieren zu vermehren. Dadurch sei es noch gefährlicher geworden.

Auch die Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation WHO in Vietnam, Dida Connor, wies darauf hin, dass diese Mutationen noch nicht bedeuteten, dass das Virus künftig von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Gesundheitsexperten weltweit fürchten, das H5N1-Virus könnte eines Tages durch Mutation die Fähigkeit zur Übertragung von Mensch zu Mensch erlange ; eine Pandemie mit hunderttausenden Toten könnte die Folge sein. (APA/AFP)

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