Rechts-Hick-Hack um Hitlerzimmer geht weiter

15. November 2005, 12:34
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Schottenberg lenkt ein: Will demontiertes Zimmer Museum übergeben - Wien Museum bekundet Interesse - Denkmalamt pocht auf Wiederherstellung

Wien - im Rechtsstreit um Michael Schottenbergs eigenmächtige Demontage des "Führerzimmers" im Volkstheater sind, laut einem Bericht im aktuellen Nachrichtenmagazin "profil", nun neue Lösungen in Sicht.

Der Volkstheater-Direktor erklärte gegenüber "profil": "Wegreißen ist sicher keine Antwort, das hatte ich nie vor." NS-Architektur müsse man aber "künstlerisch kommentieren". Seine Ankündigung, notfalls ins Gefängnis zu gehen, um eine Rückkehr des Zimmer zu verhindern, zieht der Direktor mittlerweile zurück.

Konfliktlösungsmöglichkeiten

Eine mögliche Lösung des Konflikts mit dem Denkmalamt sieht er in der Ankündigung, das Zimmer "selbstverständlich zu erhalten und zum Gegenstand weiterer Diskussionen, von Stücken oder Symposien zu machen". Er wolle bloß nicht täglich damit konfrontiert sein, erklärte Schottenberg. Die Unterbringung in einem Museum sei für ihn ein gangbarer Weg.

Der Direktor des Wien Museums, Wolfgang Kos, hat bereits Interesse bekundet: "Für Museen ist es ganz normal, über die Sammlungswürdigkeit von Objekten nachzudenken, die sozusagen 'überbleiben' oder nicht mehr gebraucht werden." Das Interesse für das Zimmer, bedeute laut Kos aber keinesfalls, dass es dauerhaft ausgestellt würde.

Denkmalamt pocht auf Widerherstellung

Bei der Landeskonservatorin Barbara Neubauer stößt die Idee, das Zimmer zu verlagern, allerdings auf massive Ablehnung: "Die Ausstattung war fest mit dem Ort verbunden, es liegt ein klarer Gesetzesverstoß vor, den wir nicht nachträglich legitimieren werden." Für die Denkmalpflege komme "nur die Wiederherstellung in Frage". "Wenn man mich dazu zwingt", so Schottenberg im "profil", ließe er auch die Paneele wieder einbauen. (red)

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