"Letzte Chance" für ÖSL

21. November 2005, 14:33
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Verbund-Aufsichtsrat soll doch noch nicht über einen Rückkauf der Großkundenvertriebsfirma APC durch die Verbundgesellschaft abstimmen

Wien - Der Verbund-Aufsichtsrat soll am heutigen Montag doch noch nicht über einen Rückkauf der Großkundenvertriebsfirma APC durch die Verbundgesellschaft abstimmen. So dürfte der Wunsch des Vorstands, damit der geplanten Stromlösung endgültig den Todesstoß zu versetzen, nicht aufgehen, schreibt die Tageszeitung "Kurier" (Montag).

Bei der heutigen Sitzung des Aufsichtsgremiums werde laut einem Sprecher von Verbund-Mehrheitseigentümer-Vertreter Martin Bartenstein kein Beschluss über den APC-Rückerwerb gefasst, so die Zeitung.

Um die seinerzeit bereits mit den EnergieAllianz-Partnern EVN, Wienstrom, Bewag, Energie AG OÖ und Linz AG ausverhandelte Stromlösung umsetzen zu können, musste der Verbund als Auflage der EU-Wettbewerbshüter die APC verkaufen. Ein Rückkauf würde diese Stromlösung also unmöglich machen - was der Verbund-Vorstand entgegen dem Wunsch seiner Eigentümer seit langem will.

Doch noch Stromlösung

Nun aber scheine die Politik erneut auf die Umsetzung der Stromlösung zu drängen, so der "Kurier", um die österreichischen E-Wirtschaft angesichts der extremen Konzentrationstendenzen der Energiekonzerne in Europa zu stärken.

Damit hätten die Verhandler - für den Verbund dessen Chef Hans Haider und für die Landesversorger EVN-Boss Burkhard Hofer - noch eine letzte Chance, die seit nunmehr drei Jahre dauernden Verhandlungen über die Umsetzung der bereits kartellrechtlich genehmigten Stromlösung zu vollenden.

Dem Vernehmen nach sei jetzt sogar eine noch engere Kooperation der beteiligten Unternehmen gehen als bisher vorgesehen, heißt es in dem Bericht weiter. In Produktion, Stromhandel und Vertrieb sollen die Energieversorger künftig gemeinsame Wege gehen. Schon diese Woche wird weiter verhandelt. (APA)

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