18. Nacht der Unruhen: Mehr als 200 Autos ausgebrannt

17. November 2005, 19:00
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81 Festnahmen und fünf verletzte Polizisten

Paris - Die Unruhen in Frankreich halten an. In der Nacht zum Montag gingen bis 02.00 Uhr landesweit 208 Autos in Flammen auf, wie das Innenministerium in Paris mitteilte. Die Sicherheitskräfte nahmen 81 Randalierer fest. Fünf Polizisten erlitten Verletzungen, zwei von ihnen in Grenoble. Es war die 18. Nacht mit Ausschreitungen in Folge.

Die meisten Zwischenfälle gab es wieder außerhalb des Großraums Paris. Im südfranzösischen Toulouse wurde eine Vorschule Ziel eines Anschlags. In Halluin in Nordfrankreich brannte eine Schule, in Faches Thumesnil eine Sporthalle. Die Feuerwehr musste im Departement Nord musste mehrfach ausrücken, um brennende Fahrzeuge und Mülleimer zu löschen.

Im Departement Rhone steckten Randalierer gut 20 Autos in Brand, wie die dortigen Behörden mitteilten. Zwischenfälle wurde auch aus Straßburg gemeldet. In Grenoble erlitten am Sonntagabend zwei Polizisten Verletzungen, als eine Gaskartusche in einem brennenden Müllcontainer explodierte. Die Präfektur erklärte, es sei unklar, ob die Kartusche vorsätzlich deponiert wurde oder sich zufällig dort befand.

Am Sonntag hatte sich Polizeichef Michel Gaudin zuversichtlich gezeigt, dass sich die Unruhen ihrem Ende näherten. Wenn sich der Trend der vergangenen Tage fortsetze, sei jetzt sehr bald eine völlige Beruhigung zu erwarten, sagte er. In der Nacht zum Sonntag waren 374 Autos in Flammen aufgegangen.

Der französische Islamrat (CFCM) verurteilte Anschläge auf die Moscheen von Carpentras in der Provence und von Lyon. In beiden Fällen entstand Ende letzter Woche nur leichter Sachschaden. Der Islamrat rief die Jugendlichen in den Vorstädten zur Ruhe auf und appellierte an die Öffentlichkeit, keinen Zusammenhang zwischen der Gewalt und dem Islam herzustellen.

Der Präsident der EU-Kommission, Jose Manuel Barroso, bot Frankreich eine Finanzhilfe von 50 Millionen Euro für die von Unruhen erschütterten Vorstädte an. Die Mittel sollten in ein Programm zur gezielten Unterstützung von problematischen Wohnvierteln fließen.(APA/AP)

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