Staaten wollen Einigung des Kontinents vorantreiben

15. November 2005, 10:28
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Staatenbund soll schrittweise verwirklicht werden - "Zwingend notwendig"

Abuja - Die Staats- und Regierungschefs von sechs afrikanischen Staaten haben sich bei einem Gipfeltreffen in Nigeria für das Fernziel einer gesamtafrikanischen Regierung ausgesprochen. Die Errichtung einer Staatenunion auf dem Kontinent sei "zwingend notwendig", hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung Nigerias, Südafrikas, Ghanas, des Senegal, Algeriens und Äthiopiens.

Voraussetzung für die Einigung sei eine "schrittweise Intensivierung der zwischenstaatlichen Kontakte". Ein engeres Zusammengehen der 53 afrikanischen Staaten könne zudem nur mit dem Einverständnis der 800 Millionen Bürger des Kontinents und auf Basis einer gemeinsamen Definition von Demokratie, Menschenrechten und Marktwirtschaft verwirklicht werden.

"Vereinigten Staaten von Afrika"

Vor vier Jahren hatte der libysche Revolutionsführer Muammar Gaddafi die Gründung der "Vereinigten Staaten von Afrika" vorgeschlagen. Die Idee war seinerzeit noch skeptisch aufgenommen worden. Auf dem Treffen am Sonntag wollten die Staatschefs einen solchen Staatenbund nicht mehr ausschließen. Die Ausarbeitung eines genauen Zeitplans sei jedoch Voraussetzung für die Errichtung einer funktionierenden gemeinschaftlichen Regierung, betonten sie in ihrer Erklärung. Die Afrikanische Union (AU) befasst sich bereits seit geraumer Zeit nach dem Vorbild der EU mit Plänen zur Errichtung eines afrikanischen Parlaments, einer Zentralbank und eines afrikanischen Berufungsgerichts. (APA)

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