Das Karlich-Wunder

27. Dezember 2005, 16:25
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Man denkt ja manchmal, es muss ihnen doch bei manchen Formaten endlich der Stoff ausgehen

Man denkt ja manchmal, es muss ihnen doch bei manchen Formaten endlich der Stoff ausgehen. Es muss doch irgendwann der Zeitpunkt kommen, da alle Themen abgehandelt, alle Eigentümlichkeiten der Mitmenschen vorgestellt sind; zumal ja so eine Sendung wie die Karlich-Show nicht nur einmal im Monat, sondern fünfmal in der Woche stattfindet.

Woche für Woche ereignet sich allerdings das Wunder der thematischen Selbsterneuerung, und wir staunen. Die kommenden Tage etwa bringen: "Die g'sunde Watsch'n gibt es nicht!" - ein Disput, ob mehr oder weniger sanfte Gewalt nicht doch eine Lösung darstellt. Oder: "Hypochonder! Du bildest dir deine Krankheiten nur ein!" - eine Dame glaubt, dass Elektrosmog schuld ist an ihren Beschwerden.

Zudem steht ein Ausflug in die Zukunftsprognostik mit "Steht mein Schicksal in der Kristallkugel?" bevor, wie uns auch eine Folge mit der selbstbewussten Forderung "Ab ins Rampenlicht, die Bühne gehört mir!" als Geschenk winkt: Ein älterer Herr fühlt sich zur Schauspielerei hingezogen.

Ist unser Gedächtnis nur zu schwach, um zu bemerken, dass sich einige Themen unentwegt wiederholen, oder sind Ideen-Genies am Werk? Hat man womöglich einen Automaten entwickelt, der bei der Themenfindung unermüdlich hilft? Wir wüssten es gerne und plädierten deshalb für die Entwicklung eines "Backstage-Formats", das Einblicke in die Entwicklungswerkstatt der Sendung bietet.

Klar würden wir uns zumindest das ansehen. (tos/DER STANDARD, Printausgabe, 14.11.2005)

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    foto: orf
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