Wiener Internetfirma FirstInEx pleite

21. November 2005, 15:38
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Handelsgericht Wien eröffnete am vergangenen Dienstag ein Konkursverfahren über das Unternehmen, das die Grasser-Homepage mitgestaltete

Wien - Die Wiener Internetfirma FirstInEx ist pleite. Das Handelsgericht Wien hat am vergangenen Dienstag ein Konkursverfahren über das Unternehmen eröffnet, geht aus der Ediktsdatei des Gerichts hervor. Laut "WirtschaftsBlatt" hatte das Unternehmen im Frühjahr Schulden in Höhe von 2,6 Mio. Euro. Die Anmeldungsfrist für Forderungen läuft bis zum 5. Dezember.

Zum Masseverwalter wurde Rechtsanwalt Helmut Platzgummer bestellt. Die erste Tagsatzung ist für den 19. Dezember festgesetzt worden.

Schlagzeilen der Vergangenheit

Die Firma FirstInEx war vor rund eineinhalb Jahren in die Schlagzeilen geraten, nachdem der Klagenfurter Anwalt Stephen Medwed bestätigt hatte, als Treuhänder 0,7356 Prozent an dem Unternehmen für Karl Grasser Senior gehalten zu haben. Schon davor war bekannt geworden, dass die private Homepage des Finanzministers, die die FirstInEx mitgestaltet hatte, über den "Verein zur Förderung der New Economy" mit Geldern der Industriellenvereinigung (IV) finanziert worden war.

Ursprünglich war die FirstInEx ein Spin-Off des schon 2001 Pleite gegangenen Internet-Unternehmens Yline gewesen. Kurz vor der Pleite hatte YLine die Firma gegen Aktientausch wieder komplett übernommen, um sie dann aus der Konkursmasse an die Wiener Fondsgesellschaft Amis weiterzuverkaufen. Die AMIS-Vorstände Harald Loidl und Dietmar Böhmer stehen seit einigen Wochen im Verdacht, "15.000 Kunden um Beträge im Gesamtausmaß von ca. Euro 70 Millionen geschädigt zu haben".

Eigentümer unklar

Wer zuletzt Eigentümer der FirstInEx war, ist aber unklar. Im Juni hatte der frühere Yline-Chef Werner Böhm auf APA-Anfrage bestätigt, das Unternehmen aus eigener Tasche wieder zurückgekauft zu haben. Laut "WirtschaftsBlatt" soll sich AMIS aber gegen den Komplettverkauf gewehrt und 18 Prozent einbehalten haben. Im August soll Böhm darauf Klage gegen AMIS eingebracht haben.

Weniger bewegt als die Eigentümerstruktur war die Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Laut Kreiditschützer-Daten hatte FirstInEx zum Höhepunkt 30 Mitarbeiter und der Umsatz die 2 Mio. Euro-Marke nicht überschritten. Nach Eröffnung des Konkurses vergangene Woche ist das Unternehmen aufgelöst worden. (APA)

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