Torvalds gegen Kernel-Entwickler

9. Dezember 2005, 13:56
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Linux-Erfinder will "Änderungen in letzter Minute" mit neuen Regelungen unterbinden

Linus Torvalds, Begründer von Linux und der Hauptverantwortliche in der Weiterentwicklung des Linux-Kernel, geht mit Entwicklern, die in letzter Minute noch Änderungen oder neue Features in den Kernel bringen wollen auf Konfrontationskurs.

Neue Regeln

Das Kernel-Entwicklerteam hat kürzlich ein neues Regelwerk zum Thema "Neue Features" veröffentlicht. Darin steht unter anderem, dass neue Funktionalitäten, die in der nächsten Kernel-Version inkludiert werden sollen, zwei Wochen nach der Veröffentlichung der Vorgängerversion inkludiert werden müssen.

Gegenstimmen

Aus Sicht von James Bottomley, der gerade die Verantwortung für die SCSI-Unterstützung im Linux-Kernel hat, ist diese Frist nur schwer einzuhalten, meldet Cnet. Mitentwickler würden ihm die Updates zukommen lassen und er müsste sich dann innerhalb kürzester Zeit testen und integrieren, was ein Ding der Unmöglichkeit sei. "Es ist eine nette Theorie, aber meine Liefernaten lassen sich bei der Entwicklung immer bis zum Ende Zeit. Daher ist dies kaum umsetzbar", so Bottomley in einem Posting auf der Kernel-Mailing-List. Die Antwort von Linus Torvalds fiel kurz und prägnant aus - Bottomley soll sich stärker positionieren und härter durchgreifen. "Du musst Ihnen sagen, wann es aus ist und ihre Updates außerhalb des Zeitfenster nicht mehr annehmen. Es ist ihr Code der verspätet erscheint, nicht deiner", so Torvalds. " Die Leute beschweren sich immer, dass ich zu weich bin. Diesmal nicht", so Torvalds.(red)

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