New Yorker Fischmarkt von Manhattan in die Bronx verlegt

20. November 2005, 18:51
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Für viele Händler das Ende einer Ära - Fulton-Fischmarkt mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Dollar (855 Mio. Euro)

New York - Der historische New Yorker Fischmarkt ist nach mehr als 180 Jahren vom südlichen Manhattan in den nördlichen Stadtteil Bronx verlegt worden. Am Freitagabend schlossen die Stände des ursprünglichen Fulton-Fischmarktes zum letzten Mal, um am (morgigen) Montag am neuen Standort wieder zu öffnen. Viele Mitarbeiter ebenso wie Besucher sprachen vom Ende einer Ära. "Hier stirbt ein Teil des alten New Yorks", sagte der Fischhändler Joey Centrone.

Hoher Jahresumsatz

Der Fulton-Fischmarkt wurde am 5. Februar 1822 in Manhattan eröffnet und entwickelte sich allmählich zum Mammut-Umschlagplatz für Fische und Meeresfrüchte mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Dollar (855 Mio. Euro). Jahrzehnte lang galt der Markt auch als Hochburg des organisierten Verbrechens. Erst Mitte der neunziger Jahre sagte der damalige Bürgermeister Rudolph Giuliani der Mafia den Kampf an und ließ sechs Großunternehmen schließen. Im Zuge dieser Fehde kam es zu Streiks, Vandalismus, Brandanschlägen und Todesdrohungen, bis die Behörden schließlich die Oberhand behielten.

Der Umzug in die Bronx ist auch eine Folge neuer hygienischer Bestimmungen, die der alte Markt nicht mehr erfüllen konnte. Dort wurden Fische zu allen Jahreszeiten im Freien entladen und teilweise auch gelagert. In den neuen Räumlichkeiten werden sie dagegen in klimatisierten Behältern bei einer Dauertemperatur von fünf Grad Celsius gehalten. (APA/AP)

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